Ein 27-jähriger Labitzke-Besetzer wurde am Montag vor Gericht in allen Punkten freigesprochen. Er soll Teil der illegalen Besetzung des Labitze-Areals in Zürich Altstetten gewesen sein und wurde beschuldigt, bei der Räumung deas Areals am 1. August Farbballone auf die Polizisten geworfen und sich gegen seine Verhaftung gewehrt zu haben. Dafür hatte er von der Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl kassiert für Hausfriedensbruch und Gewaltandrohung gegen Polizeibeamte. Weil der 27-Jährige bereits vierfach vorbestraft war, hatte die Staatsanwaltschaft ein halbes Jahr Gefängnis gefordert.

Der Richter begründete den Freispruch damit, dass die Farbattacke dem Angeklagten nicht nachzuweisen war. Auch Hausfriedensbruch läge nicht vor, weil seine Anwesenheit auf dem Areal während der Räumung erlaubt gewesen sei. Für die Zeit, die er bis zum Gerichtstermin im Gefängnis verbrachte, erhielt der Angeklagte eine Entschädigung über 200 Franken.

Während dem Prozess versammelten sich vor dem Zürcher Bezirksgericht rund 60 Personen aus der linksautonomen und Hausbesetzerszene zu Kaffee und Kuchen und verfolgten den Prozess aus Solidarität zum Beschuldigten. Nach dem Freispruch war ihre Freude gross.