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«Manchmal war der Dreh etwas unheimlich» — wie Luna Mwezi zu ihrer Rolle als «Platzspitzbaby» kam

Luna Mwezi spielt im Film «Platzspitzbaby» erstmals eine Hauptrolle.

Luna Mwezi spielt im Film «Platzspitzbaby» erstmals eine Hauptrolle.

Die zwölfjährige Luna Mwezi aus Küsnacht spielt im Film «Platzspitzbaby» die Tochter einer Drogenabhängigen. Im Gespräch verrät sie, wie sie zu der Hauptrolle kam und was sie am Filmset gelernt hat.

Wie bist Du zur Rolle der Mia in «Platzspitzbaby» gekommen?

Luna Mwezi: Nachdem ich 2015 den Film «Schellen-Ursli» ­gesehen hatte, wollte ich auch einmal in einem Film mitspielen. Also haben mich meine Eltern in einer Agentur angemeldet. Und so wurde ich angefragt, ob ich am Casting für den Film «Platzspitzbaby» teilnehmen wolle.

Was hat dir beim Dreh am meisten Spass gemacht?

Alles. Die Zusammenarbeit mit dem Cast und der Crew, aber auch das Durchspielen der Szenen und natürlich, mit Sarah Spale arbeiten zu können. Da der Dreh lange dauert, wird man fast zu einer kleinen Familie.

In einer Szene springt Mia von einer hohen Brücke in einen Fluss – da bist nicht Du selbst gesprungen, oder?

Nein, ich hätte mich das nicht getraut. Das war eine Stuntwoman. Aber die Szene, wo ich wieder auftauche, habe ich selbst gespielt. Das haben wir in der Limmat gefilmt, und selbst das brauchte Überwindung. Es war ultrakalt. Unter den Kleidern trug ich einen Neoprenanzug. Regisseur Pierre Monnard sagte dann zu mir, ich solle mir einfach vorstellen, ich würde Sushi essen – mein Lieblingsessen.

Wie hast Du die Szenen mit Sarah Spale, die deine drogenabhängige Mutter spielt, erlebt?

Die Zusammenarbeit mit Sarah Spale war sehr cool. Es kam immer auf die Szene an – durch die Maske und ihr Verhalten in der Rolle war es manchmal ziemlich unheimlich, um ehrlich zu sein. Ich konnte von ihr ­lernen, sie hat mir viele Tipps gegeben.

Buch-Bestseller «Platzspitzbaby» kommt ins Kino

Buch-Bestseller «Platzspitzbaby» kommt ins Kino

«Platzspitzbaby» ist einer der meist erwarteten Schweizer Filme 2020. Ab 16. Januar läuft die Bestseller-Verfilmung in den Schweizer Kinos. Erzählt wird die wahre Geschichte einer drogenabhängigen Mutter und ihrer 11-jährigen Tochter. Eine emotionale Achterbahn, die auch für die beiden Darstellerinnen Sarah Spale («Wilder») und Luna Mwezi eine Herausforderung war. Beide mussten einen Weg, finden nach Drehschluss wieder abschalten zu können.

War dir der Platzspitz vor dem Filmdreh ein Begriff?

Nein. Ich wusste nicht, dass es in Zürich eine der grössten öffentlichen Drogenszenen gab. Es war auch sehr komisch, sich vorzustellen, dass so viele Menschen am Platzspitz Drogen konsumierten. Auch von Michelle Halbheers Buch «Platzspitzbaby» hatte ich noch nie gehört. Unterdessen habe ich Michelle Halbheer aber kennen gelernt. Vor dem ersten Treffen war ich nervös; ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Es war mir eine Ehre, sie zu treffen. Als ich sie besser kennen lernte, konnten wir auch über die Sachen sprechen, die sie erlebt hat.

Wie konntest Du dich mit deiner Rolle identifizieren?

Es hat geholfen, Emotionen rauszulassen. Zum Teil waren das eigene Emotionen, manchmal war ich aber einfach Mia und habe den Moment als sie erlebt. Die ersten paar Male war das etwas anstrengend und neu. Zu Hause konnte ich dann aber wieder abschalten.

Wie siehst Du Mias Entscheidung, trotz der Abhängigkeit ihrer Mutter und den daraus folgenden Problemen bei ihr bleiben zu wollen?

Ich verstehe Mia gut. Sie liebt ihre Mutter. Sie weiss auch, dass ihre Mutter sie liebt, aber die Drogen dazwischen­kommen. Die Geschichte ist eigentlich über eine Mutter-Tochter-Beziehung. Mia will ­alles machen, um ihre Mutter von den Drogen wegzubringen. Aber sie schafft es nicht.

Du hast für den Film zudem das Titellied «Ich gibe nöd uf» aufgenommen. Wie hast Du diesen Prozess erlebt?

Einen Gesangscoaching per se hatte ich nicht. Aber Dana Burkhard, die das Lied geschrieben hat, hat mir geholfen. Weil ich mich anfangs nicht so richtig getraut habe, hat sie das Lied erst vorgesungen. Später haben wir es dann zusammen gesungen und schliesslich ich alleine.

«Ich habe durch meine Erfahrung bei «Platzspitzbaby» auch viel gelernt, etwa wie es auf einem Filmset zu- und hergeht.»

«Ich habe durch meine Erfahrung bei «Platzspitzbaby» auch viel gelernt, etwa wie es auf einem Filmset zu- und hergeht.»

Wie ist es, dich selber gross auf der Leinwand zu sehen?

Das ist sehr komisch. Aber ich interpretiere das so, dass nicht ich das auf der Leinwand bin – das ist Mia. Das hilft mir, mich etwas davon zu distanzieren.

Hast Du bereits ein weiteres Schauspielprojekt in Planung?

Noch nicht. Aber ich will ­weitermachen. Ich habe durch meine Erfahrung bei «Platzspitzbaby» auch viel ­gelernt, etwa wie es auf einem Filmset zu- und hergeht. Der ­Regisseur und Sarah Spale ­haben mir auch gesagt, dass ich weitermachen soll. Das ist natürlich motivierend. Nun bin ich gespannt, wie die Reaktionen auf den Film ausfallen.

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