Kunstsammlung
Machtpoker in der Stiftung des Immobilienkönigs Stefanini geht weiter

Die Stiftungsaufsicht hat angeordnet, die im Handelsregister eingetragenen Änderungen bezüglich des SKKG-Stiftungsrates rückgängig zu machen.

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Bettina Stefanini, Mitte, Tochter des Winterthurer Immobilienunternehmers Bruno Stefanini, ihr Bruder Vital Stefanini, links.

Bettina Stefanini, Mitte, Tochter des Winterthurer Immobilienunternehmers Bruno Stefanini, ihr Bruder Vital Stefanini, links.

Keystone

Somit bleibe der von Bruno Stefanini Ende Januar 2014 gewählte Stiftungsrat um Präsident Umit Stamm im Amt, heisst es in einer Mitteilung der SKKG vom Freitag.

Das Nachsehen haben momentan somit Stefaninis Tochter Bettina und sein Sohn Vital. Die Nachkommen hatten sich selber sowie drei weitere Personen als neuen Stiftungsrat bestimmt und im Handelsregister eintragen lassen, wie am Donnerstag bekannt geworden war. Gleichzeitig wurden die bisherigen Mitglieder gestrichen.

"Ungenügende Rechtsgrundlage"

Gemäss Mitteilung haben die Nachkommen jedoch "in einer eigenmächtigen Aktion ohne genügende Rechtsgrundlage" diese bisherigen Mitglieder des Stiftungsrates aus dem Handelsregister streichen lassen.

Wie die SKKG weiter mitteilt, begründet die Eidgenössische Stiftungsaufsicht (ESA) ihre superprovisorische Verfügung mit dem noch hängigen Verfahren zur Änderung der Stiftungsurkunde.

Beantragt hatte die Statutenänderung vor über einem Jahr der bisherige Stiftungsrat. Diese würde es Stefaninis Kindern faktisch verunmöglichen, im Verwaltungsrat Einsitz nehmen zu können.

In der Stiftungsurkunde ist festgehalten, dass der Stifter die Mitglieder des Stiftungsrats bezeichnet. Falls er dazu nicht mehr in der Lage sei, komme die Befugnis primär seinen Nachkommen zu.

Die Nachkommen sind dezidiert der Ansicht, dass ihr 90-jähriger und gesundheitlich schwer angeschlagener Vater seine Funktionen nicht mehr wahrnehmen kann, wie sie an einer Medienkonferenz im vergangenen Herbst ausführten.

Stefaninis Sammlung umfasst weit über 100'000 Objekte, darunter auch solche bedeutender Künstler und historischer Figuren. Rund 8000 davon sind inventarisiert. Viele sind auch unsachgemäss in verschiedenen Liegenschaften gelagert.

Wer die Macht im Stiftungsrat hat, habe "durch die enge Verquickung von strategischer und operativer Ebene" letztlich auch die Macht über das milliardenschwere Stefanini-Imperium, betonte der Anwalt von Bettina Stefanini.