Herblingen

Lungenembolie durch Antibabypille: Fall «Céline» geht vors Bundesgericht

Das Bundesgericht muss nun entscheiden, ob die Produktehaftpflicht im Fall "Céline" zum Tragen kommt (Symbolbild).

Das Bundesgericht muss nun entscheiden, ob die Produktehaftpflicht im Fall "Céline" zum Tragen kommt (Symbolbild).

Hat Bayer zu wenig genau über die Gefahren der Antibabypille Jasmin informiert? Mit dieser Frage muss sich nun auch das Bundesgericht auseinandersetzen.

Céline, eine junge Frau, die Mitte 2008 als vom Frauenarzt die Antibabypille Yasmin erhalten hatte, ist heute schwer behindert. Grund sei eine durch „die Pille" verursachte Lungenembolie, die schwere Hirnschädigungen nach sich zog, berichtet das Regionaljournal Zürich Schaffhausen des Schweizer Radio und Fernsehen (SRF).

Céline fordere von Bayer, dem Pharmaunternehmen, das die Pille herstellt, 5,3 Millionen Franken Schadenersatz. Am 13. August 2013 habe das Bezirksgericht Zürich die Klage abgewiesen. Mitte Mai habe sich auch das Zürcher Obergericht zugunsten der Herstellerfirma entschieden. Es habe den von der Klägerin geltend gemachten Produktemangel verneint.
Dieses Urteil wolle die Familie nicht akzeptieren. Gemäss ihrem Anwalt werde sich nun das Bundesgericht mit der Schadenersatzklage befassen müssen. Denn bis jetzt fehlen in dem Fall ein Beweisverfahren oder ein Gutachten.

Anwalt Felix Rüegg gehe es aber auch um Grundsätzliches. Seiner Auffassung nach müsste, gestützt auf das Produktehaftpflichtrecht, ein anderer Entscheid gefällt werden. Rüegg hoffe, dass das Bundesgericht den Fall noch in diesem Jahr behandelt.
Dass Herstelle für ihre Produkte haften, komme in der Schweiz kaum vor, so Rüegg. Das Produktehaftpflichtrecht sei nicht sehr entwickelt, es gebe wenig Entscheide.
Die Krankenkasse der Klägerin (CSS), wolte sich einen Weiterzug ebenfalls überlegen. Ihren Entscheid werde sie am Mittwoch bekannt geben. (fwa)

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1