Umwelt
Luft im Kanton Zürich ist sauberer, aber nicht sauber genug

Die Luftqualität im Kanton Zürich hat sich in den letzten Jahren trotz Verkehrswachstum leicht verbessert. Die Grenzwerte für Stickstoff, Feinstaub und Ozon werden jedoch immer noch zu oft überschritten.

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Es muss vor allem lokal gehandelt werden, um gegen den Klimawandel vorgehen zu können (Themenbild).

Es muss vor allem lokal gehandelt werden, um gegen den Klimawandel vorgehen zu können (Themenbild).

Keystone

Als eine der grössten globalen Herausforderungen, nennt der am Donnerstag publizierte Umweltbericht 2014 den Klimawandel. Eine Trendwende sei jedoch nur möglich, wenn auch lokal gehandelt werde. Der Kanton Zürich hat sich deshalb das Ziel gesetzt, den CO2-Ausstoss zu reduzieren.

Dabei sieht sich der Regierungsrat gemäss Bericht auf Kurs. Dank verbesserter Energieeffizienz - etwa von Fahrzeugen - und vermehrtem Einsatz von erneuerbaren Energien beim Wärmebedarf von Gebäuden konnte der Pro-Kopf-Ausstoss von CO2 seit 1990 um eine Tonne auf derzeit fünf Tonnen gesenkt werden.

Auch wenn der Ausstoss von CO2 in den nächsten Jahren verringert werden könne, werde der Klimawandel weiter fortschreiten, wenn auch weniger ausgeprägt, heisst es im Umweltbericht. Der Kanton Zürich verfolgt deshalb eine Doppelstrategie.

Neben einer Reduktion des CO2-Ausstosses werden auch Massnahmen getroffen, um gegen die Auswirkungen des Klimawandels besser gewappnet zu sein. So werden beim Hochwasserschutz Extremereignisse berücksichtigt und mit einem kantonalen Trinkwasserverbund Engpässe während Hitzeperioden verhindert.

Aufrüstung von Abwasserreinigungsanlagen

Erfolge erzielt werden konnten laut dem Umweltbericht in Bereichen, die durch technische Lösungen verbessert wurden - beispielsweise bei der Abfallverwertung oder der Abwasserreinigung.

So wurden etwa neue Verfahren bei der Reinigung von Abwasser getestet und zum Teil bereits eingeführt, die unerwünschte Stoffe wie Pflanzenschutzmittel oder Medikamentenrückstände besser entfernen. Zudem traten strengere Bau-Vorschriften bezüglich Verschiebung von belastetem Bodenmaterial in Kraft.

Düngung aus der Luft

Nach wie vor hoch ist im Kanton Zürich die Menge an Stickstoff, die über die Luft in die Böden gelangt. Dieser Stickstoffeintrag komme einer Düngung gleich, lasse die Waldböden versauern und die Bäume bezüglich Sturmschäden oder Schädlingsbefall anfälliger werden, hält der Bericht fest.

Auch artenreiche Biotope wie Moore oder Trockenwiesen litten unter der unerwünschten Düngung, die durch die Nutztierhaltung in der Landwirtschaft und Abgase von Motorfahrzeugen verursacht wird. Nährstoffliebende Pflanzen bereiteten sich aus und verdrängten Arten, die auf nährstoffarme Biotope angewiesen seien.

Trotz Naturschutz - Biotope gehen

Weil der Raum im Kanton Zürich intensiv genutzt wird, gehen Biotope für spezialisierte Arten verloren. Zwar führten Massnahmen wie die Pflege und Aufwertung von Moor- und Riedflächen punktuell zu Erfolgen. Der Verlust der Artenvielfalt und die weitere Ausbreitung von "Allerweltsarten" könne damit aber nicht gestoppt werden.

Der Umweltbericht des Kantons Zürich wird alle vier Jahre publiziert und orientiert über die Umweltauswirkungen menschlicher Tätigkeiten sowie über den Zustand einzelner Umweltbereiche wie Luft, Boden oder Gewässer. Der Bericht wird von der Koordinationsstelle für Umweltschutz in Zusammenarbeit mit den Fachstellen der Baudirektion sowie des Amtes für Verkehr der Volkswirtschaftsdirektion erstellt.