Die Zürcher Kantonalbank könne angesichts des schwierigen Zins- und Frankenkursumfeldes "auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr" zurückblicken, hielt Aufsichtskommission über die wirtschaftlichen Unternehmen (AWU) in ihrem Antrag fest.

Deren Präsident, Beat Bloch (CSP, Zürich), bezeichnete dabei am Montag im Kantonsrat den Umstand als bemerkenswert, dass die Erträge in sämtlichen Sparten angestiegen sind.

In der Ratsdebatte fanden die Kantonsräte für die ZKB grundsätzlich nur lobende Worte. Die Bank sei sehr gut kapitalisiert, sagte etwa Beat Habegger (FDP, Zürich). Die jährlichen Gewinnausschüttungen seien gerade für Gemeinden mit tiefer Steuerkraft ein willkommener Zustupf, meinte Astrid Gut (BDP, Wallisellen).

Die ZKB komme ohne einen achtstelligen Betrag für den CEO aus, strich Hans Wiesner (GLP, Bonstetten) unter anderem heraus. Und Markus Bischoff (AL, Zürich) sagte, dass die ZKB "mit biederem, stinknormalen Bankgeschäft hohe Profite" erziele. Das sollte ein Fingerzeig für andere Banken sein, so Bischoff.

Nicht alles passt dem Rat

Trotz des vielen Lobes - in Einzelpunkten gab es von den Kantonsräten durchaus auch Kritik. So begrüsste die FDP zwar, "dass das Pensionsalter bei der ZKB endlich angehoben" wurde, wie Habegger ausführte. Dass dieses allerdings bloss von 62 auf 64 Jahre erhöht und damit unter dem ordentlichen Pensionsalter festgesetzt wurde, sei widersinnig.

Lorenz Schmid (CVP, Männedorf) kritisierte derweil, dass im Bankrat nur eine Frau sitze, in der Generaldirektion keine einzige. "Da scheinen nicht alle Förderprogramme zu greifen."

Und Hans Egli (EDU, Steinmaur) verlangte, dass die Werte, für die die ZKB stehe, auch beim Sponsoring gelten müssten: Egli kritisierte das Schauspielhaus wegen des Stücks "Die 120 Tage von Sodom". Dieses sei pornografisch, dabei gebe es genügend gute Kultur, welche die Bank unterstützen könne.

Generelle Opposition gegen die Jahresrechnung und den Geschäftsbericht kam - wie im vergangenen Jahr - nur von einem einzigen Kantonsrat auf: Hans-Peter Amrein (SVP, Küsnacht) kritisierte wiederum die "Umsatzbolzerei" der ZKB. Allein die Hypothekarforderungen seien in den vergangenen zwei Jahren um neun Prozent gestiegen, dies stelle ein Klumpenrisiko dar.

236 Franken für jeden Zürcher

Die ZKB wies in ihrer Jahresrechnung für das Geschäftsjahr 2016, die im Februar präsentiert worden war, einen Bilanzgewinn von 776 Millionen Franken aus. Das entsprach im Vergleich mit dem Vorjahr einem Plus von 13 Prozent.

Angesichts dieses guten Rechnungsergebnisses erhöhte die ZKB auch die Gewinnausschüttungen an die Zürcher Gemeinden und den Kanton um 10 Prozent: Die Gemeinden erhalten insgesamt 220 Millionen Franken, der Kanton 110 Millionen. Die ZKB überweist dem Kanton weitere 43 Millionen Franken zur Bestreitung der Kapitalkosten (21 Millionen) und als Entschädigung für die Staatsgarantie (22 Millionen).

Pro Einwohnerin und Einwohner des Kantons Zürich beträgt die Gewinnausschüttung 236 Franken, schrieb die AWU in ihrem Antrag. Damit sei der Zielwert von 210 Franken überschritten.