Mit einem ganzseitigen Spendenaufruf, der am Donnerstag im «P.S.» veröffentlicht wurde, versucht die Redaktion, das fehlende Geld aufzutreiben. Rote Zahlen schreibt das Blatt seit Jahren. Das Defizit ist mit 50'000 Franken pro Jahr zwar verhältnismässig klein, konnte aber nie langfristig gedeckt werden.

Für die Redaktion, die alleinigen Besitzer der Zeitung, kommt es aber nicht in Frage, «noch ein paar Monate weiterzumachen und dann eine Menge unbezahlter Rechnungen zu hinterlassen». Zum Spendenaufruf entschieden habe man sich, weil es kein weiteres Sparpotenzial gebe.

Die Druckerei in Schaffhausen sei bereits günstig und die Tarife der Post seien nicht verhandelbar. Auch die Lohnkosten für die 3,5 Stellen könnten nicht gekürzt werden, wenn das Blatt weiterhin berufsmässig geschrieben werden solle. Als Ausweg blieben deshalb nur die Leserinnen und Leser.

Gelesen wird das Blatt in erster Linie von Sympathisanten und Mitgliedern der SP und der Grünen. Insgesamt zählt «P.S.» 1600 bezahlende Abonnenten und erscheint einmal pro Woche. Hauptinserent ist die SP, die im letzten Jahr für 30'000 Franken Werbung schaltete, was einem Viertel der Inserateeinnahmen entspricht.

Nicht der erste Spendenaufruf

Es ist nicht das erste Mal, dass die Zeitung «P.S.» auf ihre schlechte finanzielle Situation aufmerksam macht. Vor dem aktuellen Spendenaufruf entschied sich Herausgeber Koni Loepfe, ehemaliger Stadtzürcher SP-Präsident, bereits mehrere Mal für diese Massnahme.

Im Jahr 2004 erschien der Spendenaufruf unter dem Titel «Dörfs es bitzeli meh si?». Damals kamen innerhalb von wenigen Wochen 50'000 Franken zusammen, was das Weitermachen möglich machte.