Bereits letzten Sommer hätten sich die Schwierigkeiten abgezeichnet, schreibt Chefredaktorin Min Li Marti in der Ausgabe vom Freitag. Sie habe noch gehofft, dass viele Inserate für den Gemeinderats- und Stadtratswahlkampf reinkämen. Doch mittlerweile sei klar, es reiche nicht.

Viele - gerade auch linke - Abstimmungs- und Wahlkampagnen würden heute lieber in Gratiszeitungen inserieren, über deren Berichterstattung dann geschimpft werde. Bürgerliche inserierten schon fast lieber im "P.S." als Linke, so Marti weiter.

Nicht der erste Hilferuf

Mit dem Spendenaufruf will das "P.S." nun 300'000 Franken sammeln und 300 neue Abonnenten gewinnen. Es ist nicht das erste Mal, dass das kleine Blatt zu dieser Massnahme greift.

Im Jahr 2012 musste das "P.S." ebenfalls um Hilfe bitten. Damals kamen fast 95'000 Franken zusammen. Ein früherer Hilferuf aus dem Jahr 2004 - unter dem Titel "Dörfs es bitzeli meh si?" - brachte innerhalb weniger Wochen 50'000 Franken.

Die Zeitung wurde 1999 gegründet und hat ihre Wurzeln in der Tradition der linken und sozialdemokratischen Presse. Gelesen wird sie in erster Linie von Sympathisanten und Mitgliedern der SP und der Grünen.