Richtplandebatte

Linke setzen sich durch: Zürich wird noch velofreundlicher als bisher vorgesehen

Mit dem neuen Radweg soll die Strecke zwischen Wohlen und Bremgarten sicherer werden. wal/archiv

Nicht mehr nur Velowege: Neu sind Velostrassen mit Velo-Vortritt geplant. (Symbolbild)

Mit dem neuen Radweg soll die Strecke zwischen Wohlen und Bremgarten sicherer werden. wal/archiv

Das Zürcher Stadtparlament hat mit mindestens 4,8 Meter breiten Velostrassen mit Velo-Vortritt einen neuen Strassentyp im regionalen Richtplan festgehalten. Der Rat will zudem, dass verschiedene Seilbahn-Projekte geprüft werden.

Das Stadtparlament hat am Freitag die mehrtägige Debatte zum regionalen Richtplan weitergeführt. Der 125-köpfige Gemeinderat muss insgesamt über 160 Änderungsanträge zur Vorlage des Stadtrates beraten. In seiner Sitzung vom Freitag befasste sich der Rat zuerst mit den rund 30 Anträgen zum Veloverkehr.

Dass der Veloverkehr in Zürich erhöht werden soll – der Masterplan Velo sieht bis 2025 eine Verdoppelung vor –, ist in der Gemeindeordnung festgehalten und war deshalb unbestritten. Einmal mehr nicht einig war sich der Rat, wie weit gegangen werden soll, um dieses Ziel zu erreichen.

Die rot-grüne Ratsseite – unterstützt von den Grünliberalen – konnte sich aber auf der ganzen Linie durchsetzen, sodass der Richtplan noch velofreundlicher ausfällt, als es der Stadtrat bereits vorgesehen hatte. So soll es etwa neu Velostrassen geben. Das sind hindernisfreie Schnellrouten mit Vortritt, auf denen zwei Velos nebeneinander Platz haben.

Geplant ist bereits ein Pilotprojekt für vorerst vier solche Velostrassen zusammen mit dem Bundesamt für Strassen Astra. SVP, FDP und CVP störten sich aber daran, dass dieser neue Strassentyp im Richtplan eingetragen wird. Der Versuch finde statt – mit oder ohne Eintrag. Auch für den zuständigen Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) sind solche Strassen wegen der neuen Hierarchie «nicht ganz unproblematisch».

Die bürgerliche Ratsseite scheiterte unter anderem ebenfalls mit ihrem Antrag, eine Vignette für Velofahrer einzuführen, um damit einen finanziellen Beitrag für die Veloverkehr-Infrastruktur zu erzielen.

Seilbahn-Projekte im Richtplan

Der Gemeinderat nahm zudem verschiedene Seilbahn-Projekte in den Richtplan auf. Geprüft werden sollen Seilbahnen vom Bahnhof Altstetten zur ETH Hönggerberg mit allfälliger Verlängerung nach Affoltern, vom Bahnhof Tiefenbrunnen über die Lengg zum Balgrist, eine unterirdische Verlängerung der Seilbahn Rigiblick bis zum Stampfenbachplatz sowie zwischen Wollishofen und dem Bahnhof Tiefenbrunnen.

Das letzte Projekt ist nichts Neues: Bereits während der Landesausstellung im Jahr 1939 und später während der Gartenbauausstellung 1959 verband eine Gondelbahn die beiden Seeufer. Den Vorschlag der SVP für eine Seilbahn zwischen der SZU-Endstation Üetliberg und Uto-Kulm lehnte das Parlament hingegen ab.

Letzte Revision vor 15 Jahren

Der regionale Richtplan übernimmt die Festlegungen des kantonalen Richtplans, verfeinert und ergänzt diese. Er umfasst die Kapitel Raumordnungskonzept, Siedlung, Landschaft, Verkehr, Versorgung und Entsorgung sowie öffentliche Bauten und Anlagen.

Der Plan bildet eine verbindliche Grundlage für weitere Planungen der Stadtbehörden und umfasst einen Planungshorizont von 20 bis 25 Jahren. Die letzte Gesamtüberarbeitung des regionalen Richtplans Stadt Zürich liegt gut 15 Jahre zurück.

Das letzte Wort hat der Regierungsrat. Er setzt den regionalen Richtplan abschliessend fest. (sda)

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