Rechtsstreit
Limmattalbahn-Gegner ziehen vor Bundesverwaltungsgericht – nun wird die Zeit knapp

Einzelne Einsprecher haben beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen die Baubewilligung eingereicht. Nun wird die Zeit knapp.

David Egger und Bettina Hamilton-Irvine
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Visualierung der Limmattalbahn am Bahnhof Dietikon.

Visualierung der Limmattalbahn am Bahnhof Dietikon.

Der Bund hat der Limmattalbahn im April zwar grünes Licht für den Bau des Jahrhundertprojekts gegeben. Damit hat es sich aber noch nicht. Einzelne Einsprecher kämpfen weiter und haben nun Beschwerde gegen die Baubewilligung eingereicht. Sie gelangen ans Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen. Wie ein Sprecher des Gerichts auf Anfrage der Limmattaler Zeitung sagt, sind bisher vier Beschwerden gegen die Plangenehmigungsverfügung des Bundesamts für Verkehr eingegangen. Der zuständige Richter lässt zudem ausrichten, dass es sich dabei noch nicht um die definitive Anzahl Beschwerden handle, wenngleich die Frist zwar abgelaufen ist. Denn massgebend ist der Poststempel der Beschwerdebriefe. Darum können noch verzögert eintreffende Beschwerden hinzukommen.

«Mussten damit rechnen»

Ganz überraschend sei es nicht, dass noch Beschwerden eingegangen sind, sagt der Gesamtprojektleiter der Limmattalbahn, Daniel Issler: «Wir mussten damit rechnen.» Er hoffe nun aber sehr, dass man sich mit den Beschwerdeführern trotzdem noch aussergerichtlich einigen könne: «Wir suchen mit allen den Kontakt und haben noch diese Woche erste Treffen abgemacht», so Issler. «Wir versuchen auf jeden Fall, über den Dialog zu einer Einigung zu kommen.»

Klar ist: Die Zeit drängt. Schon im September soll Baustart für die erste Etappe sein. Ausgerechnet auf diese beziehen sich drei der vier Beschwerden, wie Issler sagt. Keine einzige kommt aus Dietikon oder Schlieren, wo der Widerstand gegen die Bahn am grössten ist. Noch nicht klar ist, ob den Beschwerden die aufschiebende Wirkung entzogen werden kann. Wenn nicht, sei der Baustart im Herbst in Gefahr, sagt Issler. Man versuche nun, wenn möglich in den kommenden Wochen zu einer Einigung zu kommen. «Ich bin zuversichtlich, dass das klappen wird», so Issler.

Generell stehen die meisten Zeichen für die Bahn auf Grün: Im März hat der Kantonsrat Ja gesagt zum Depotstandort im Müsli in Dietikon, im April hat der Bund – mit einiger Verzögerung – die Plangenehmigungsverfügung erteilt, die der Baubewilligung entspricht. Gleichzeitig läuft aber seit Februar auch noch eine Unterschriftensammlung der Bahngegner, die mit einer Initiative zumindest die zweite Etappe der Limmattalbahn doch noch verhindern wollen.