Fussball
Letzigrund: Einschreiten, um Ausschreitungen zu verhindern

Die Vorfälle des 21. Februars werfen unerwartet lange Schatten: Anwohner des Letzigrund-Stadions planen eine Petition – und die geplante Aussprache zwischen Stadträten und Fussballfans wird abgesagt.

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Fanmärsche, die keine Gefährdung für Drittpersonen darstellen, seien kein Problem. (Archivbild)

Fanmärsche, die keine Gefährdung für Drittpersonen darstellen, seien kein Problem. (Archivbild)

Keystone

Am heutigen Mittwochabend ist es wieder so weit: FCZ und GC treffen im Cup-Viertelfinal im Stadion Letzigrund aufeinander. Das Derby verspricht ein spannendes Spiel zu werden.

Doch die Anwohner des Letzigrund-Stadions dürften sich über das anstehende Match kaum freuen. Viele denken beim Stichwort «Fussball» mittlerweile weniger an bunte Trikots und fliegendes Leder sondern vielmehr an Tränengras und eingeworfene Scheiben.

Die Ausschreitungen im Rahmen des letzten Zürcher Derbys am 21. Februar 2015 waren der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Eine Bewohnerin des Blüemliquartiers ist gemäss eines Artikels von «20 Minuten» nicht mehr bereit, derartige Situationen hinzunehmen.

«Wir haben die Schnauze voll, dass sich unsere Nachbarschaft am Wochenende zu einem Kriegsgebiet verwandelt.», erklärt sie: «Die Polizei hält einen sogar auf, wenn man nur mit dem Hund einen Spaziergang macht.»

Früher seien lediglich einige Strassenteile betroffen gewesen. Heute werde bereits das gesamte Quartier abgesperrt. Zudem verliere die Liegenschaft aufgrund der mit den Ausschreitungen einhergehenden Vandalenakte zusehends an Wert, so die Anwohnerin weiter.

Nun werde im Verbund mit Nachbarn und einem Anwalt an einer Petition gearbeitet, um gegen die unhaltbaren Zustände eine Handhabe zu erlangen. Ansonsten müsse eine andere Lösung gefunden werden, beispielsweise eine Verlegung des Stadions in die Agglomeration.

Gesprächsrunde abgesagt

Definitiv zu keiner Lösungsfindung kam es zwischen der Stadtverwaltung und den Fanvertretern der Fussballclubs. Das vereinbarte Treffen von heute Mittwoch wurde von Seiten der Fangruppierungen abgesagt. Sehr zur Überraschung von Polizeidepartementssprecher Reto Casanova, wie der «Tagesanzeiger» berichtete.

Die für Mittwoch angesetzte Gesprächsrunde wäre die erste ihrer Art seit den jüngsten Ausschreitungen gewesen – und damit eine Chance zur Klärung. «Aber die Vertreter der Fangruppen konnten aus terminlichen Gründen nicht kommen, was nach den erwähnten Vorfällen schon etwas erstaunlich ist», meint Casanova.

Fanmärsche, so wie sie am heutigen Mittwochabend von GC-Fans geplant sind, würden laut Polizeisprecher Marco Bisa weiterhin toleriert, sofern die Sicherheit von Drittpersonen sowie die öffentliche Ruhe und Ordnung gewahrt werden. Ob diese Handlungsrichtlinien nun eingehalten werden, wird sich noch zeigen. (mak)