Das Hantieren mit einem Sturmgewehr ist für die KV-Stiftin nichts Ungewöhnliches. Rykart ist Mitglied bei den Jungschützen Erlenbach und verbringt einen grossen Teil ihrer Freizeit im Schiessstand.

Die Ausgangslage für den Ausstich war spannend, da es mit Beller nur noch ein einziger Konkurrent in die Endausscheidung schaffte. Beide hatten am Sonntag das Maximum von 35 Punkten erreicht. Rykart bewies am Montag aber schliesslich die ruhigere Hand.

Als Preis erhielt sie 5000 Franken, eine goldgefasste Medaille sowie einen Gutschein für einen Flug mit einem Super-Puma der Schweizer Armee.

Mädchen dürfen erst seit 1991 am traditionsreichen Wettschiessen mitmachen. Rykart ist das vierte, das sich den Titel der Schützenkönigin holt. Sie löst Leonie Schärer aus Uster ab, die 2011 gekrönt wurde.

Neuer Mädchen-Rekord

Auch im restlichen Teilnehmerfeld sind Mädchen mittlerweile eine feste Grösse: Insgesamt versuchten 4232 Jugendliche dieses Jahr ihr Glück im Schiessstand Albisgüetli, davon waren 1267 weiblich. Dies entspricht mehr als einem Drittel und stellt gemäss Angaben der Veranstalter einen neuen Rekord dar.

Ein Blick in die Rangliste zeigt jedoch, dass «Dabeisein ist alles» wohl für viele Schützinnen noch das Hauptmotto bei der Teilnahme war. Ein grosser Teil von ihnen landete nämlich in den hinteren Rängen.

Obwohl offenbar immer mehr Mädchen ihr Glück im Schiessstand versuchen, nehmen die Teilnehmerzahlen des Knabenschiessens mit jedem Jahr ein bisschen mehr ab. Auch die diesjährige Ausgabe bildet da keine Ausnahme. Im Vergleich 2011 gingen am Knabenschiessen 2012 rund 30 Jugendliche weniger an den Start.

Vor fünf Jahren legten sich noch 5111 Jugendliche hinter das Sturmgewehr, im Jahr 2003 waren es gar 5299, also mehr als tausend Teilnehmer mehr als in diesem Jahr.

Waffenübungen für Bürgersknaben

Mitmachen können beim Wettschiessen alle Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren, die im Kanton Zürich wohnen, hier zur Schule gehen oder deren Eltern im Kanton Zürich leben. Das Knabenschiessen geht auf vormilitärische Waffenübungen für Bürgersknaben zurück.

Um bei den Jungen die Freude am Schiessen zu wecken, winkten schon im 17. Jahrhundert Preise. Damals gab es allerdings noch keine Flüge mit dem Armee-Helikopter zu gewinnen, sondern lediglich einen Taler. Nach der Siegerehrung zogen die Knaben dann jeweils mit Fahnen, Trommeln und Pfeifen durch die Stadt.