Ein 49-jähriger Ex-Banker muss sich am Mittwoch wegen Mordes vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Er ist angeklagt, weil er im September 2014 in einem Luxushotel eine Prostituierte umgebracht, in einem Koffer weggeschafft und die Leiche in seinem Weinkeller versteckt hat.

Als Grund für die Tat nennt die Staatsanwaltschaft Angst vor Zurückweisung. Der ehemalige Vermögensverwalter hatte sich in die polnische Prostituierte «Kathleen» verliebt und sah in der 25-Jährigen die Frau seines Lebens. Ihm sei bewusst gewesen, dass sie nur gegen Geld mit ihm verkehre. Weil er jedoch gekündigt hatte und häufig Bordelle besuchte, ging sein Erspartes langsam zur Neige. Irgendwann fürchtete er, dass sie ihn abservieren könnte, wie der Staatsanwalt in der Anklageschrift schreibt. Der drohenden Kränkung habe er nicht anders entgehen können, als die Frau zu töten.

Dolder-Mörder tötete aus Angst vor Zurückweisung

Dolder-Mörder tötete aus Angst vor Zurückweisung

Ein 49-jähriger Banker verliebte sich im September 2014 in eine polnische Prostituierte und tötete sie. In einem Koffer brachte er sie zu sich nach Hause.

Duftstecker kommt zum Einsatz

Mitte September 2014 habe er sich deshalb mit «Kathleen» in einem Luxushotel am Zürichberg verabredet. Nachdem sie den Nachmittag gemeinsam in der Stadt verbracht hatten, fuhren sie zusammen ins Hotel. Im Zimmer angekommen, habe er ihr ein starkes Beruhigungsmittel verabreicht und sie umgebracht. Der Beschuldigte habe «Kathleen» gewürgt und ihr Mund und Nase zugehalten.

Nach der Tat steckte der Ex-Banker die nackte Leiche in einen grossen Koffer, den er im Kofferraum liegen hatte, und brachte sie in sein Haus in Küsnacht an der Goldküste. Dort versteckte er den Koffer mit der Leiche in einem der Weinklimaschränke. Um die Verwesung zu verzögern, habe er die Kühlung auf maximale Leistung eingestellt, schreibt der Staatsanwalt. Zudem brachte er im Keller mehrere Duftstecker an. Seine Lebenspartnerin, mit der er zusammenwohnte, sollte nichts von der Leiche merken.

Zehn Tage später kam ihm die Polizei auf die Schliche. Die Prostituierte wurde als vermisst gemeldet, weil sie ihren Rückflug nach Polen nicht angetreten hatte. Weil in ihrem Umfeld bekannt war, dass sie häufig mit dem Ex-Banker verkehrte, geriet er schnell in den Fokus der Ermittlungen.

Der Schweizer wurde verhaftet und sitzt seither im Gefängnis. Er hat ein umfassendes Geständnis abgelegt. Wie sein Anwalt Andrea Taormina auf Anfrage der SDA betonte, war das Tötungsdelikt aber kein Mord, sondern eine Beziehungstat aus einem Streit heraus. Sein Mandant habe eine Beziehung mit dieser Frau geführt. Welche Bestrafung Staatsanwalt und Verteidiger fordern, geben sie erst am Prozess bekannt. (sda)