Am 28. September findet der Kantonale Aktionstag gegen die Sparpolitik der Zürcher Regierung statt. Als Auftakt dazu haben sich Aktivisten heute, zwei Tage vorher, um 8 Uhr vor dem Rathaus aufgebaut, um gegen die Schliessung der kantonalen Lehrwerkstätten zu protestieren.

Im Rahmen des aktuellen Sparprogramms will der Regierungsrat die Lehrwerkstätten für Möbelschreiner in Zürch und diejenige für Schneiderinnen in Winterthur streichen. Zusätzlich sollen auch 40 Lehrplätze an der Mechatroniker-Schule in Winterthur wegfallen. Insgesamt betreffen diese Sparmassnahmen über 130 Lehrstellen und dutzende Arbeitsplätze von Auszubildenden.

"Wir wollen mit unserer Protestaktion aufzeigen, dass die angekündigten Sparmassnahmen das Wohl von einzelnen Personen nicht verbessert, sondern klar verschlechtert", sagt Philipp Gebhardt, Mitorganisator der heutigen Protestaktion. Gespart werde bei denjenigen Gruppen, die wenig besitzen, keine starke Lobby haben und nur selten in den Medien vertreten sind. 

Kantonsräte bedankten sich für Einsatz

Die Erhaltung der Lehrwerkstätten sei essenziell. Diejenige für Möbelschreiner biete ein breites Ausbildungsspektrum, welches die Lehrlinge andernorts nicht erhalten. Das Fortbestehen der Lehrwerkstätte für Schneiderinnen sei so wichtig, weil der Beruf insgesamt vom Aussterben bedroht sei und praktisch keine Lehrstellen mehr anbiete.

"Wir sind der Meinung, dass Lehrstellen in der Schweiz einen besonderen Stellenwert geniessen und eine gute Ausbildung für Menschen zentral ist." Eine Schliessung solcher Lehrwerkstätten wirke sich jedoch kontraproduktiv für die Lernenden und die Zukunft der Schweiz aus.

Vor der Sitzung hatten die rund ein Dutzend Aktivisten die Möglichkeit, das Gespräch mit den Kantonsräten zu suchen. "Einige haben uns belächelt, andere haben sich aber auch für unseren Einsatz bedankt", so Gebhardt.

Im Herbst entscheidet der Kantonsrat, ob er dem Antrag des Regierungsrates zustimmt. (sme)