Bildung
Lehrermangel: Im Kanton Zürich fehlen noch 19 Lehrerpersonen

Vor Beginn des Schuljahres am 22. August sind im Kanton Zürich noch 19 Lehrerstellen offen. Die Lage auf dem Markt habe sich aber deutlich entspannt, heisst es beim Volksschulamt. Die offenen Stellen konnten leichter besetzt werden als vor einem Jahr

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Noch feheln im Kanton Zürich 19 Lehrpersonen (Symbolbild)

Noch feheln im Kanton Zürich 19 Lehrpersonen (Symbolbild)

Keystone

Zum gleichen Zeitpunkt seien im Vorjahr 50 Stellen nicht besetzt gewesen, sagte Brigitte Mühlemann, stellvertretende Leiterin des Zürcher Volksschulamtes, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Nun hätten Schulpflegen und Schulleitungen eine aktivere Personalpolitik betrieben und die Stellen früher ausgeschrieben.

Zur Entspannung der Lage trage zudem bei, dass 65 Quereinsteiger in der Primarschule eine Stelle antreten und Studierende der Pädagogischen Hochschule sowie des Seminars Unterstrass Teilzeit beschäftigt werden.

Die 19 noch nicht besetzten Stellen verteilen sich über den ganzen Kanton Zürich. Gesucht werden gemäss Mühlemann vor allem schulische Heilpädagoginnen und Heilpädagogen (10 Stellen) und Sekundarlehrpersonen (4 Stellen). Gefragt sind auch noch einige Kindergärtnerinnen und Kindergärtner sowie mehrere Primarlehrkräfte.

Quereinsteiger auch auf Sekundarstufe

Das Volksschulamt gibt sich zuversichtlich, bis zum Beginn des Schuljahres in zwei Wochen Lösungen für die offenen Stellen zu finden. «Für das Schuljahr 2012/2013 rechnen wir mit einer zusätzlichen Entspannung», sagte Mühlemann.

Einerseits würden bis dann auch 100 Quereinsteiger für die Sekundarschule ausgebildet. Andererseits stiegen die Anmeldezahlen an der Pädagogischen Hochschule. Da im Kanton Zürich auch in den kommenden Jahren mehr Kinder in die Schule kämen, bleibe das Problem des Lehrermangels mittelfristig aber bestehen.

Massnahmen gegen den Lehrermangel gibt es auch auf politischer Ebene: Die Bildungsdirektion hat einen Vorschlag in die Vernehmlassung geschickt, der Lehrerpersonen entlasten soll. Er sieht vor, dass Zürcher Schüler zwei Lektionen pro Woche weniger in die Schule gehen und weniger Zeugnisse erhalten.

Weiter plant der Zürcher Regierungsrat, dass Lehrerinnen und Lehrer, die im Kanton Zürich eine «schwierige» Klasse unterrichten, einen Bonus erhalten. Der Zustupf gehe beispielsweise an Lehrpersonen, die viele Neuzuzüger oder Sonderschüler in ihrer Klasse unterrichten. Der Kantonsrat muss das Vorhaben zuerst aber noch genehmigen. (sda)