Zürich
Lehrer-Praktikant filmte seine Schülerinnen in Umkleidekabine

Anderthalb Jahre lang hat ein heute 42-jähriger Mann andere Menschen heimlich gefilmt - auf der Toilette, im Badezimmer, in einer Hallenbad-Garderobe. Mehrmals waren die Opfer Schülerinnen. Der Staatsanwalt fordert nun drei Jahre Freiheitsentzug.

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Garderobe.JPG

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Keystone

Aufgeflogen waren die Machenschaften im Januar 2014: Erst- und Zweitklässlerinnen, die sich für den Schwimmunterricht bereit machten, hatten in der Umkleidegarderobe des Hallenbads Borrweg in Zürich eine Znünitasche entdeckt, in der eine laufende Videokamera versteckt war.

Als Täter wurde ein Mann ermittelt, der im Rahmen seiner Lehrerausbildung in einer der Klassen ein Praktikum machte. Die Kamera filmte drei Tage lang, zahlreiche Mädchen wurden aufgenommen.

Im Laufe der Untersuchung kam heraus, dass der Ostschweizer schon seit Mitte 2012 immer wieder verschiedene Menschen ohne deren Wissen filmte. Bevorzugte "Kulisse" waren etwa Badezimmer, Toliletten und Garderoben. Die Kameras installierte er jeweils auf ausgeklügelte Weise so, dass sie von den Gefilmten nicht bemerkt wurden.

Seine Opfer waren Nachbarn, Nichte und Neffen des Beschuldigten, Kantonsschülerinnen und schliesslich die Primarschülerinnen im Hallenbad.

Maximalstrafe gefordert - aber teilbedingt

Die Staatsanwaltschaft hat jetzt Anklage erhoben, wie das Regionaljournal von Radio SRF am Donnerstag meldete. Gemäss Anklageschrift, die der Nachrichtenagentur sda vorliegt, beschuldigt sie den Mann der mehrfachen Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahmegeräte.

Die zuständige Staatsanwältin fordert eine Bestrafung mit drei Jahren Freiheitsentzug - die Maximalstrafe, die das Strafgesetzbuch für diesen Straftatbestand vorsieht. Allerdings soll die Freiheitsstrafe teilbedingt ausgesprochen werden: 18 Monate soll der Mann absitzen. Die übrigen 18 Monate sollen bedingt ausgesprochen werden, bei einer Probezeit von 5 Jahren.

Der Beschuldigte hat sich laut Staatsanwältin einer Therapie zu unterziehen - die er schon begonnen hat - und er soll nicht mehr mit Kindern arbeiten dürfen.