Bei Wartungsarbeiten habe der Computeradministrator auf dem Konto des Lehrers gegen 90 Gigabytes an pornografischen Bildern, darunter etwa auch verbotene Gewaltdarstellungen, gefunden, schreibt der „Tagesanzeiger". Kinderpornografie sei aber nicht darunter gewesen. Der Administrator habe sich an die Schulpräsidentin gewandt, die den Fall dem Volksschulamt gemeldet habe. Schliesslich sei die Angelegenheit von der Kantonspolizei untersucht worden.

Das Volksschulamt habe den Lehrer nach fast 30 Jahren Tätigkeit freigestellt und eine Administrativuntersuchung eröffnet. Ein halbes Jahr später sei er wegen mehrfacher Pornografie zu einer bedingten Geldstrafe von 14 Tagessätzen verurteilt und mit einer Busse von 1200 Franken belegt worden. Zu diesem Zeitpunkt habe die Schule seine Stelle schon gekündigt gehabt. Der Mann habe sich nach seiner Entlassung mit Hilfsarbeiten über Wasser gehalten und sei mittlerweile in einem anderen Beruf tätig.
Die Untersuchungen der Bildungsdirektion haben ergeben, dass der Lehrer die Bilder jeweils zuhause heruntergeladen und mittels Datenträgern auf den PC in der Schule hochgeladen und gespeichert habe. Darunter seien auch selbst hergestellte Bilder gewesen, etwa vom Sex mit einer 20-jährigen Austauschstudentin in der Schule.
Abklärungen der Bildungsdirektion haben ergeben, dass der Mann auch an einem früheren Arbeitsort grosse Mengen pornografischen Materials gespeichert habe. Es habe sich wiederum um selbst hergestellte Bilder gehandelt, für die der Lehrer nackte Frauen aufreizend in Schulzimmern habe posieren lassen.

Das alles sei für die kantonalen Behörden Grund genug gewesen, dem Mann das Lehrdiplom zu entziehen und das Wählbarkeitszeugnis auf unbefristete Zeit zu entziehen. Nun habe aber das Verwaltungsgericht dem Lehrer Recht gegeben: Der Entzug des Lehrdiploms sei unverhältnismässig gewesen, schreibe das Gericht in seiner Urteilsbegründung. Die Bildungsdirektion müsse dem Mann das Diplom zurückgeben. Das Gericht empfiehlt allerdings Auflagen wie etwa eine Supervision oder ein Coaching. Der Mann habe Privat- und Berufsleben nicht gebührend getrennt, den Ruf der Schule geschädigt und deren Infrastruktur missbraucht. Allerdings falle der grösste Teil der gespeicherten Bilder in eine Kategorie, deren Besitz nicht verboten sei. Zudem sei der Mann geständig. Das Interesse des Mannes an der Ausübung seines Berufes sei höher zu gewichten als das kleine Risiko einer Rufschädigung eines künftigen Arbeitgebers. Während seiner langen Karriere habe es nie Beanstandungen an den Leistungen des Lehrers gegeben. (fwa)