In einem Jurtendorf gibts die Möglichkeit, im Zoo zu übernachten - und dadurch die Tiere auch nachts und am frühen Morgen zu beobachten. Die 30 Plätze in den mongolischen Zelten sind bereits bis im Juni ausgebucht.

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Die Mongolische Steppe sei eine weitere Etappe auf dem Weg des Zoos Zürich zum Naturschutzzentrum, sagte Zoodirektor Alex Rübel. Während in vielen modernen Zooanlagen die Distanz zwischen Tieren und Besuchern eher grösser werde, sei hier das Gegenteil der Fall. Sogar direkten Kontakt zu den Tieren gibt es beim Kamelreiten. 

Die Mongolische Steppe liegt jetzt auch auf dem Züriberg. Yaks beziehen ihr neues Zuhause im  Zoo Zürich.

Die Mongolische Steppe liegt jetzt auch auf dem Züriberg. Yaks beziehen ihr neues Zuhause im Zoo Zürich.

Yaks und Kamele mit Jungtieren

Die neue Anlage beherbergt laut Rübel acht Trampeltiere und fünf Hausyaks. Zu beiden Gruppen gehört ein im April geborenes Jungtier. Die Kaschmirziegen befinden sich noch in Quarantäne und kommen später dazu. Es handelt sich bei allen Bewohnern der Anlage um Tiere, die mit extremen Lebensbedingungen zurecht kommen.

Der Hausyak ist ein äusserst robustes Rind, das Temperaturen bis minus 40 Grad erträgt und in Höhen bis zu 6000 Meter über Meer lebt. Ohne zu frieren kann er laut Rübel bis zu zehn Stunden pro Tag auf eisigem Boden liegen und wiederkäuen.

Wie der Yak wird auch das Trampeltier oder Hauskamel in seiner Heimat als zähes und ausdauerndes Last- und Reittier eingesetzt. Das Trampeltier ist gewohnt, mit wenig Nahrung und Flüssigkeit auszukommen.

Wenn es trainiert sei, könne es bis zu sieben Tage ohne Wasser auskommen, erklärte Rübel. Es könne die Körpertemperatur flexibel steuern, von 34 bis 41 Grad. Dadurch sei das Tier in der Lage, tiefe Minusgrade ebenso wie 40 Grad im Schatten auszuhalten.

Die Kaschmirziege, die heute vor allem in China und der Mongolei gehalten wird, ist für ihr wertvolles Haar bekannt. Jeweils im Frühling wird die Edelwolle gewonnen, etwa 300 Gramm pro Tier.

Jurten mitten in der Mongolischen Steppe

Den zottigen Bewohnern gefalle die neue Anlage des Zürcher Zoos bereits sehr gut, sagte Landschaftsarchitekt Urs Baumgartner. Rege benutzt würden die Anlagenbereiche wie Steppe, Hügel, Unterstände, Sandsuhlen sowie der Bach mit Badepool.

Die Mongolische Steppe lebe ausser vom zentral gelegenen Jurtendorf von wenigen markanten Gestaltungselementen: von authentischen Steinmauern, einfachen Holzbauten mit typischen steinbelegten Schindeldächern sowie unverwechselbaren Holzzäunen aus Kastanienholz.

Vier der sieben originalen mongolischen Jurten dienen zum Übernachten. In der grössten Jurte befindet sich eine Ausstellung, die die Geschichte der Milch und des Käses als Resultat der Biodiversität und als wichtiges Nahrungsmittel der Menschheit erzählt, wie Rübel ausführte. Eine Jurte dient als Besucherunterstand, eine als Lager.

Durch Spenden finanziert

Planung und Bau der Anlage dauerten zwei Jahre. Die Kosten von 5,8 Millionen Franken sind laut Rübel vollumfänglich durch Spenden gedeckt worden.

Demnächst sollen im Zürcher Zoo die Aquarien erneuert werden. Es folgt bis 2017 der Umbau des Afrikahauses in eine Australienanlage, in der unter anderem Koalas und Känguruhs zu sehen sein werden. Der Bau der Afrikanischen Savanne, ein Zuhause für Giraffen und Nashörner, sei dann das nächste Grossprojekt, kündigte der Zoodirektor an.