Was Regierung, Hochschulen und Wirtschaft am Dienstag in Dübendorf präsentierten, hat die Romandie bereits aufgegleist. Auf ihrem 22 Hektar grossen Gelände betreibt die Ecole politechnique fédérale de Lausanne EPFL, so der korrekte Name der Universität, ihr «Quartier de l’Innovation».

Firmen wie der Pharmakonzern Merck Serono, Computermaus-Erfinderin Logitech, Cisco, PSA Peugeot Citroën oder das Nestlé-Gesundheitsinstitut haben sich angesiedelt und wollen in enger Kooperation mit den Forschern als Innovationsmotor wirken.

EPFL zieht kluge Köpfe an

Nicht nur die ETH Zürich, auch die EPFL steht im internationalen Hochschul-Vergleich gut da, sie zieht kluge Köpfe an, die an revolutionären Errungenschaften beteilig sind.

Nicht zuletzt aufgrund der Offenheit der einzelnen Fachbereiche sei man innovationsstark, sagt die EPFL-Vize-Präsidentin für Innovation und Technologietransfer, Adrienne Corboud Fumagalli, wenn sie über die Zukunft des Forschungsstandorts Schweiz spricht.

Eine solche Fläche wie den Flugplatz Dübendorf könnte man dem Bund in der Nordwestschweiz nicht für einen Innovationspark zur Verfügung stellen. Der Regierungsrat ist aber überzeugt, dass auf Teilen das Flugplatzareals auch im Falle einer zivilaviatischen Nutzung ein Innovationspark errichtet werden kann.

Flugplatz und Innovationspark?

Eine solche Fläche wie den Flugplatz Dübendorf könnte man dem Bund in der Nordwestschweiz nicht für einen Innovationspark zur Verfügung stellen. Der Regierungsrat ist aber überzeugt, dass auf Teilen das Flugplatzareals auch im Falle einer zivilaviatischen Nutzung ein Innovationspark errichtet werden kann.

Will heissen, dass sich in der Forschung die einzelnen Fachbereiche immer weniger voneinander abgrenzen. Informatik, Raumfahrt oder Medizinaltechnik müssten angesichts der immer komplexer werdenden Probleme gemeinsam Lösungen finden.

Klimawandel hat Priorität

«Im 19. Jahrhundert gehörten die Elektrizität und der Ausbau des Eisenbahnnetzes zu den grossen Herausforderungen», so Corboud Fumagalli. «Heute haben die Welternährung, die Bevölkerungsexplosion, die Energieversorgung oder der Klimawandel oberste Priorität.

Roland Siegwart, Vizepräsident für Forschung und Wirtschaftsbeziehungen an der ETH Zürich, bestätigt diesen Trend, der nicht nur die Wissenschaft, sondern auch die Politik und die Gesellschaft fordert. «An der Lösung einer nachhaltigen Welternährung forschen Agronomen, Ingenieure, Biotechnologen und die Industrie gleichermassen», sagt er.

«Oder die beschlossene Energiewende: Längst arbeiten nicht mehr nur Ingenieure und Naturwissenschaftler an neuen Energietechnologien, auch Ökonomen und Sozialwissenschaftler sind gefragt.»

Forschung und Industrie rückten mit einem Innovationspark näher und würden sich gegenseitig befruchten, so Siegwart, der sich vom Generationenprojekt viel verspricht. Allerdings hat die ETH Zürich mit dem mehrere Kilometer entfernten Park nicht so viel Glück wie die EPFL, die auf dem eigenen Gelände genügend Platz für Bildung, Forschung und Wirtschaft zur Verfügung hat.

Doch die Vergangenheit zeigt, dass auch Zürich international wegweisend ist in der Zusammenarbeit zwischen Departementen oder auch ganzen Hochschulen.

Etwa im Institut für Biomedizinische Technik, das vor Jahren in Kooperation mit der Uni versität Zürich und der Industrie entstand und durch die Grundlagenforschung immer wieder Innovationen anstiess. Hervorzuheben ist die Magnetresonanztomographie (MRI).

Ausserdem rief die ETH Zürich vor zwei Jahren das «Innovation and Enterpreneurship-Lab» ins Leben, «wo wir aktiv kluge Köpfe, unternehmerische Leute mit Geschäftsideen und Menschen mit dem Riecher für den Markt zusammenbringen», so Siegwart.

Beispiel Silicon Valley

Wie wichtig Treffpunkte sind, zeigt sich am Beispiel Silicon Valley, das EPFL-Vertreterin Adrienne Corboud Fumagalli immer gerne erzählt: «Eigentlich begann die Internet-Revolution in einem Café, wo sich in den 70er Jahren talentierte Leute aus der High-Tech-Industrie und der Informatik begegneten. In Gesprächen entstanden zwischen ursprünglich konkurrierenden Tüftlern die spannendsten Ideen, und mit der guten Vermarktung verwandelten sie ihre Innovationen in eine Goldgrube.»