Demonstration
«Landtaxis raus!» Die Stadtzürcher Taxifahrer protestieren

Rund 450 Stadtzürcher Taxifahrer und -fahrerinnen haben am Mittwoch mit einer Demonstration ihrem Unmut Luft gemacht. Der Protest richtete sich gegen die Landtaxis, die den Stadttaxis Kunden wegschnappen.

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Stadtzürcher Taxifahrer demonstrieren gegen die Landtaxis.

Stadtzürcher Taxifahrer demonstrieren gegen die Landtaxis.

Johannes Dietschi, newspictures

«Landtaxis raus», «Die Stadt soll unsere Rechte schützen» oder «Verstärkte Polizeikontrollen gegen auswärtige Taxis», lauteten einige der Forderungen. Diese prangten auf den zahlreichen Kartontafeln, die im Zug mitgetragen wurden. Der Verband Taxi Sektion Zürich (TSZ) hatte die Demo organisiert.

Laut dem TSZ betreiben immer mehr Taxis aus andern Regionen ihr «illegales Geschäft, ohne in der Stadt Steuern oder Gebühren zu entrichten». Sie hätten keine städtische Betriebsbewilligung in der Stadt Zürich. Diese Taxiunternehmen fügten der Branche grossen Schaden zu. Unter anderem weil die ortsunkundigen Taxifahrer ihre Kunden nur auf Umwegen zum Ziel führten. «Diese Praxis schürt die Skepsis der Taxi-Kunden gegenüber der gesamten Taxibranche und schürt den Unmut unter unseren Fahrern», sagte Memet Usta vom TSZ. «Wir fordern deshalb, dass diese Taxis, die in der Stadt keine Konzession haben, rigorosen Kontrollen unterzogen und bestraft werden.»

Taxikonzessionen beschränken

Der Verband fordert überdies eine Limitierung der Taxikonzessionen. Das Taxiwesen sei nicht geeignet für eine Liberalisierung, hiess es an der Kundgebung. Laut TSZ gibt es heute in der Stadt Zürich rund 1500 Taxis, aber nur gerade 240 Standplätze. Wenn keine neuen Betriebsbewilligungen erteilt würden, löse sich das Problem in zwei Jahren von selbst.

Ein weiteres Anliegen der Taxifahrer ist die Benutzung der Busspuren. Damit könnten die Taxi-Kunden sicherer, schneller und auch günstiger ans Ziel gebracht werden. Bisher seien die Forderungen der Taxifahrer vom Stadtrat ignoriert worden, beklagte ein Sprecher des TSZ. Deshalb sei es Zeit, ein Zeichen zu setzen. «Wenn sich nicht bald etwas ändert, machen wir das nächste Mal eine Demo mit unseren Taxis».

Provokation am Helvetiaplatz

Die Fussmarsch der Taxifahrer und -fahrerinnen vom Helvetiaplatz durch die Innenstadt an den Bürkliplatz verlief weitgehend friedlich. Ungemütlich wurde es lediglich für stadtfremde Taxis: Wo immer ein solches auftauchte, wurde der Fahrer gnadenlos ausgebuht.

Ein kleines Intermezzo gab es zu Beginn am Helvetiaplatz, als ein Fahrer eines Landtaxis anhielt und die Demoteilehmer zu provozieren versuchte. Die Sicherheitskräfte der Organisatoren schritten jedoch sofort ein und verhinderten ein Handgemenge. Dores Zanini, Präsidentin der IG Taxi, bezeichnete die Provokation als «bodenlose Frechheit». Die Stimmung unter den Taxifahrern sei wegen der schlechten Arbeitsbedingungen schon genügend aufgeheizt. «Da brauchen wir nicht auch noch Provokateure». Zürcher Stadttaxis sind am Zürcher Wappen auf dem Taxischild zu erkennen.