Zürich

Lärm, Gummischrot und eine Messerstecherei: Zeugenaufruf der Polizei nach Pfingstwochenende

Ein Streifenwagen der Stadtpolizei Zürich wurde durch Beschuss beschädigt (Symbolbild)

Ein Streifenwagen der Stadtpolizei Zürich wurde durch Beschuss beschädigt (Symbolbild)

Die Stadtpolizei Zürich zieht nach dem vergangen Pfingstwochenende Bilanz: mehrere unbewilligte Demonstrationen, Verstösse gegen die Corona-Massnahmen und etliche Lärmklagen. Ausserdem wurde am Montagmorgen im Kreis 3 ein Mann mit einer Stichwaffe schwer verletzt.

Am Freitagabend versammelten sich mehrere Dutzend Personen mit Fahrrädern in der Stadthausanlage zu einer sogenannten Critical-Mass-Veranstaltung, wie die Stadtpolizei Zürich in einer Mitteilung schreibt. Die Dialog-Teams der Stadtpolizei Zürich hätten die Teilnehmenden auf die geltenden Corona-Bestimmungen aufmerksam gemacht, woraufhin einzelne Personen den Ort verliessen. Der Rest sei mit Lautsprechern in Gruppen losgefahren. Wie die Stadtpolizei weiterhin schreibt, seien diese an mehreren Orten in der Stadt gestoppt, erneut abgemahnt und letztlich auch gebüsst worden. Dabei wurden mehrere Velos mit Anhängern, Musikanlagen und Lautsprechern präventiv sichergestellt.

Einige Stunden später, kurz nach 01.00 Uhr, habe dann eine Gruppe von rund 30 Personen auf Fahrrädern beide Fahrspuren auf der Hardbrücke blockiert, so die Stadtpolizei weiter. Auch diese Demonstration sei aufgelöst worden; mehrere Velofahrende wurden verzeigt.

Kundgebung und Auseinandersetzung

Am Samstagnachmittag kam es zudem wegen einer Kundgebung auf dem Sechseläutenplatz zu einem Polizeieinsatz. Mehrere Dutzend Personen protestierten mit einem «Flashmob» gegen die Corona-Massnahmen. Die Polizei habe Versammlung auflösen können. Es sei niemand gebüsst oder verzeigt worden. 

Am frühen Sonntagmorgen, kurz nach 01.30 Uhr, beobachtete eine Streifenwagenpatrouille der Stadtpolizei auf dem Sechseläutenplatz eine Auseinandersetzung. Als die Polizisten schlichten wollten, warfen Unbekannte Flaschen in ihre Richtung. Daraufhin kam es zu einem kurzen Gummischroteinsatz, worauf sich die Situation wieder beruhigte.

Zudem verzeigte die Stadtpolizei am Wochenende im Kreis 1 vier Fahrzeuglenkende, die ihre Autos kurzfristig stark beschleunigten und dabei unnötigen Lärm verursachten. In den abgesperrten Bereichen am Utoquai am Zürcher Seebecken und am Oberen Letten habe die Polizei ausserdem mehrere Personen weggewiesen. Wie auch an den vorangegangenen Wochenenden waren die Einsatzkräfte in den Abend- und Nachtstunden in der ganzen Stadt insbesondere wegen Lärmklagen beschäftigt. Laut Angaben der Stadtpolizei seien dies allein über 150 Einsätze gewesen.

Durch Stichwaffe schwer verletzt – Zeugenaufruf

Gemäss bisherigen Erkenntnissen sei gegen 00.45 Uhr ein 28-jähriger Mann in Begleitung eines weiteren Mannes und einer Frau zu Fuss auf der Zurlindenstrasse unterwegs gewesen, wie die Stadtpolizei schreibt. Etwa bei der Hausnummer 191 kamen ihnen zwei unbekannte Velofahrer entgegen. Einer der beiden bedrohte in der Folge den 28-Jährigen, forderte Geld und verletzte ihn am Oberkörper mit einer Stichwaffe. Danach flüchteten die beiden Velofahrer.

Die beiden Begleitpersonen des Mannes alarmierten die Polizei. Der Verletzte wurde von der Sanität umgehend ins Spital gebracht, wo er notoperiert werden musste. Bei der sofort eingeleiteten Nahbereichsfahndung verhaftete die Stadtpolizei einen Mann. Die weiteren Ermittlungen laufen noch.

Personen, die Angaben zum Vorfall am frühen Pfingstmontagmorgen, 1. Juni 2020, ca. 00.45 Uhr an der Zurlindenstrasse 191, in der Nähe des Idaplatzes, im Kreis 3 machen können, werden gebeten, sich bei der Kantonspolizei Zürich, Tel. 044/247'22'11 zu melden.

Polizeibilder vom Mai 2020

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