Nachdem das Modeunterhmen Anfang Juni bekanntgab, dass sie sich aufgrund ausbleibender Gewinne aus dem belgischen Markt zurückziehen, muss Charles Vögele nun auch in der Schweiz Federn lassen: Auf Ende Jahr schliessen sie ihre Flagschiff-Filiale an der Sihlstrasse.

Wie das Unternehmen "TeleZüri" schriftlich mitteilt, seien die Rahmenbedingungen im Schweizer Detailhandel sehr anspruchsvoll - das bekämen auch sie zu spüren. "Aus diesem Grund optimieren wir unser Filialnetz kontinuierlich und konzentrieren uns auf strategisch passende Standorte", schreiben sie in ihrer Stellungsnahme.

Aus für Vögele-Flagschiff-Filiale

Aus für Vögele-Flagschiff-Filiale

Seit Jahren fährt das Modegeschäft massive Verluste ein. Jetzt wird die grösste Filiale an der Zürcher Bahnhofstrasse geschlossen.

Hollywood-Glamour half nicht

Gerade einmal vor sechs Jahren hat die Filiale mit Hollywood-Glamour von Penelope Cruz Schwester Mónica Cruz neben der Bahnhofsstrasse eröffnet. Nun ist aber der Ladenschluss auf Ende Jahr angekündigt. Marco Strittmatter, Detailhandelsexperte der Zürcher Kantonalbank, nennt verschiedene Gründe für die Schliessung. Einerseits sei die Abwanderung ins Internet für jährliche Umsatzverluste verantwortlich. Auch die enorme Aufwertung des Schweizer Frankens habe zu Verlusten beigetragen, da sich damit der Einkaufstourismus noch intensiviert habe. Als dritten Grund gibt er die Rückläufigkeit des Marktes an.

In der Tat schreibt Vögele schon seit Jahren rote Zahlen. Vergangenes Jahr verzeichnete das Unternehmen einen Verlust von 62 Millionen Franken. Auch mit dem 2011 lancierten Online-Shop blieb ein ersehnter Aufschwung aus - im Gegenteil: CEO Markus Vögele sagte 2015: "Unser Onlineshop setzt erst einen einstelligen Millionenbetrag um, und ist, allein betrachtet, nicht profitabel." Am Ende des Jahres wurde ein Verlust von 119 Millionen verzeichnet.

Migros plant Sport XX Filiale

Doch Charles Vögele hat für die begehrte Liegenschaft in der Nähe der Bahnhofssstrasse bereits einen neuen Mieter gefunden: Migros plant dort eine Sport XX Filiale. Für Strittmatter ist die Weitervermietung ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen mit einer Vermietung mehr verdienen kann als mit blossem Kleiderverkauf: "Sie haben weniger Aufwand und müssen weniger Personal bezahlen. Unter dem Strich kommt mehr Geld rein", erklärt er gegenüber "TeleZüri".

Von der Schliessung sind 16 Mitarbeiter betroffen, welche Ende Jahr entweder in andere Filialen versetzt oder über einen Sozialplan abgefangen werden.