Kultur
Kulturstadt Winterthur bittet Private und den Kanton zur Kasse

Winterthur will trotz Spardruck Kulturstadt bleiben. Museen sollen nicht geschlossen werden, wie Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) am Montag vor den Medien betonte. Weil das Geld aber knapp ist, sollen Private und der Kanton in die Bresche springen

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Das kulturelle Angebot in Winterthur ist reichhaltig – und soll dies auch bleiben.

Das kulturelle Angebot in Winterthur ist reichhaltig – und soll dies auch bleiben.

Keystone

Über Kultur zu reden, sei angesichts der finanziellen Lage der Stadt schwierig, sagte Künzle bei der Präsentation des neuen Kulturleitbildes. Für ihn ist aber trotz Spardruck klar, dass die zweitgrösste Stadt des Kantons ihre kulturelle Ausstrahlungskraft behalten soll. Um die zahlreichen Institutionen langfristig zu sichern, sollen aber vermehrt Private zur Kasse gebeten werden.

"Wir wollen mehr Engagement von Privaten sehen", stellte Künzle fast schon undiplomatisch klar. Damit sind nicht nur Privatpersonen gemeint, sondern auch Unternehmen und Stiftungen. Auch über den Lotteriefonds möchte die Stadt vermehrt unterstützt werden. Daneben setzt Winterthur auf den Kanton. "Auch ihm muss es etwas wert sein, uns zu begleiten."

Weniger Kulturgelder wegen neuem FinanzausgleichDie Kulturförderung der Stadt Winterthur ist gemäss Künzle eine der grossen Verliererinnen des neuen kantonalen Finanzausgleiches. Die Mittel wurden mit dem neuen Gesetz um rund 1,5 Millionen Franken gekürzt.

Bisher sprang die Stadt Winterthur ein und kompensierte die Ausfälle in begrenztem Ausmass. Langfristig ist dies für die Stadt aber keine Option, weshalb sie nun nach neuen Einnahmequellen sucht.

Ob die Kultur-Institutionen künftig mit weniger Subventionen auskommen müssen, ist noch unklar. Die Verträge würden neu ausgehandelt, sagte Künzle. Konkrete Zahlen wollte er am Montag nicht nennen, da die Gespräche noch nicht geführt wurden. Klar ist für ihn aber schon jetzt: "Wir können nicht allen Ansprüchen gerecht werden."