Fehraltorf

Kündigungswelle: 23 Lehrer verlassen gleichzeitig die Schule

Die Schule Fehraltorf befindet sich in turbulenten Zeiten. Ein möglicher Grund für die Kündigungswelle könnte die Schulleiterin sein.

Die Schule Fehraltorf befindet sich in turbulenten Zeiten. Ein möglicher Grund für die Kündigungswelle könnte die Schulleiterin sein.

Fast ein Drittel der Lehrerschaft verlässt die Schule Fehraltorf nach diesem Schuljahr. Die Eltern sind verunsichert und die Lehrer fühlen sich nicht wahrgenommen. Trotz Kritik will die Schule aber an ihrem Konzept und Schulleiterinnen fest halten.

Die Lehrerschaft der Schule Fehraltorf schrumpft auf Ende dieses Schuljahres um fast ein Drittel. Wie der "Zürcher Oberländer" schreibt, haben 21 Lehrpersonen gekündigt und zwei weitere müssen die Schule aus "schulorganisatorischen Gründen" verlassen.

Spekuliert wird nach dem möglichen Kündigungsgrund. Vor allem die Kritik an der Schulleiterin der Mittel- und Sekundarstufe, sowie an der Schulleiterin des Kindergartens und der Unterstufe steht als möglicher Auslöser der vielen Kündigungen im Raum. 

So hätte der Führungsstil, den die beiden Schulleiterinnen mit ihrem Stellenantritt im letzten Sommer etablierten, dazu geführt, dass das Verhältnis zwischen der Lehrerschaft und Leitung sehr hierarchisch geworden sei. So meint eine Lehrperson, die ebenfalls gekündigt hat, aber anonym bleiben möchte, dass sich die bisherige Zusammenarbeit zu einem reinen Auftragsverhältnis gewandelt habe: "Wir werden ständig vor vollendete Tatsachen gestellt, ohne jeden Raum für Inputs unsererseits." 

Keine Wertschätzung

Die Schulleiterinnen nehmen zu den Vorwürfen nicht Stellung. Die externe Kommunikation liegt bei der Schulpräsidentin Beatrice Maier, die die Situation vor allem auch mit der Einführung des neuen Berufsauftrags und des Lehrplans 21 begründet. Diese brächten Unruhen in den Schulbetrieb, das sei nicht nur in Fehraltorf der Fall. Ausserdem war man der Meinung, dass die Schule an Verbindlichkeit aufholen müsse. So habe die Schulpflege die neue Schulleitung bei ihrem Vorhaben unterstützt, ihre Führungsrollen deutlicher zu machen - "ausdrücklich im Interesse der Schüler", betont Maier gegenüber dem "Zürcher Oberländer".

Diese Begründung kann die Lehrperson, die die Schule verlassen wird, allerdings nur bedingt akzeptieren. So habe sie zwar Verständnis für die Umbrüche, die teils vom Kanton vorgegeben werden, nicht aber "für den Befehlston, der uns gegenüber angeschlagen wird - die Wertschätzung für die Lehrer fehlt völlig."

Unsicherheit bei den Eltern

Die vielen Kündigungen lassen auch die betroffenen Eltern nicht kalt. So schildert eine Mutter gegenüber dem "Zürcher Oberländer": "Es macht mich stutzig, dass Lehrer gekündigt haben, deren Klassen nur noch ein Jahr vor sich hätten. Das ist doch nicht normal."

Ihre Recherchen hätten ergeben, dass die Sekundarschulleiterin bereits bei ihrer vorherigen Anstellung im Zürcher Sekundarschulhaus Buhnrain 2014 in die Negativschlagzeilen geriet. Auch dort seien damals viele Kündigungen eingereicht worden, so die Mutter. Beatrice Maier sagt diesbezüglich, dass die Schulleiterin über hervorragende Qualifikationen und Referenzen "auch aus mehreren früheren Anstellungen" verfügen würde.

Mediation brachte keinen Erfolg

Mit Dialoggruppen hätte man versucht, die Differenzen zwischen Lehrerschaft und Schulleitung zu lindern, allerdings ohne Erfolg. So hätten die Mediationsbemühungen schnell aufgezeigt, dass die Gespräche zu den unterschiedlichen Auffassungen über die Führung der Schule nicht zu einer gewünschten Lösung führen würden, meint eine Lehrperson. 

Für die Schulpflege kamen die vielen Kündigungen dennoch überraschend. Vor den Frühlingsferien wurden die Eltern in einem Brief über die Kündigungen und das weitere Vorgehen informiert. So konnten in der Zwischenzeit alle Stellen wieder neu besetzt werden.

Diese Woche will die Schulpflege über die weiteren Massnahmen informieren. Für viele Eltern kommen diese Informationen aber zu spät. Sie haben das Vertrauen in die Schule bereits verloren. (lgi)

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