25. Mai 2016: Trotz Sieg gegen den FC Vaduz in der letzten Meisterschaftsrunde steigt der FC Zürich zum ersten Mal seit 26 Jahren in die Challenge League ab. Nach dem Schlusspfiff entlädt sich der Frust und die Wut der Zürcher Fans. Rund 30 vermummte Gestalten stürmen die Katakomben des Stadions Letzigrund. Es kommt zu heftigen Ausschreitungen, Fans werfen Steine und brennende Fackeln auf herannahende Polizisten.

Genau solche Szenen versuchen die kantonalen Sicherheitsbehörden und Sportverbände seit Jahren einzudämmen. Mit "harmonisierten Empfehlungen zur Umsetzung des Hooligan-Konkordats, welches sie am Mittwoch präsentierten, sind sie ihrem Ziel einen Schritt näher. Das mehrseitige Papier regelt unter anderem Fanmärsche oder der Zutritt ins Stadion. So sind bei den Eingängen zu den Fansektoren Gesichtsaufnahmen der Fans vorgesehen, um fehlbare Zuschauer besser identifizieren zu können.

Netze für das Letzigrund

Bei Verstössen ist mit Sanktionen zu rechnen. Strengere Strafmassnahmen wie die Schliessung ganzer Stadionsektoren, Verbote von Transpartenten und Fahnen oder Ticketsperrung für gewisse Fangruppen sind ebenfalls vorgesehen.

Auch für das Letzigrund haben diese Empfehlungen Konsequenzen; so sollen ab Spätsommer Netze vor den Fansektoren montiert werden. Claudius Schäfer, CEO Swiss Football League, begründet diesen Entscheid mit der Sicherheit. "Neben stabilen Pyros gibt es auch weitere Gegenstände, welche auf den Fussballplatz geworfen werden können", sagt er gegenüber "TeleZüri". Die Netze werden nur während Fussballspielen gespannt, bei Konzerten oder Leichtatheltikveranstaltungen bleiben sie unten.

Empfehlungen, keine Gesetze

Doch nicht alle begrüssen die verschärften Sicherheitsmassnahmen. Luca Maggi, Vize-Präsident Grüne Stadt Zürich, findet sie unverhältnismässig. "Vieles davon ist bereits angewendet worden, aber gescheitert", sagt er. Noch mehr Sicherheitsvorkehrungen und Verbote seien Gift für die Fankulturen. 

Sicherheitsdirektor Mario Fehr, der von Anfang an Befürworter eines einheitlichen Hooligan-Konkordates war, freut sich über den "guten und wichtigen" Fortschritt, wie er gegenüber dem "Regionaljournal Zürich Schaffhausen" sagt. "Alle Beteiligten haben sich auf gemeinsame Grundsätze geeinigt."

Ausserdem betont er, seien die Punkte lediglich Empehlungen - keine Gesetze. Die Kantone und Bewilligungsbehörden können immer noch selbst entscheiden, ob sie die Empfehlungen umsetzen wollen.