Zürichberg
Kritik an angekündigter Asylunterkunft auf dem Zürichberg

Im Lauf der Woche beziehen 80 Asylsuchende ihre neue Unterkunft mit Blick auf den See und die Berge. Die reichen Nachbarn sind über die Asylwohnungen auf dem Zürichberg gar nicht erfreut.

Florian Schmitz
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In dieses Haus in Zürich-Fluntern werden die Asylsuchenden einziehen.

In dieses Haus in Zürich-Fluntern werden die Asylsuchenden einziehen.

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Asylsuchende werden von der Stadt Zürich bisher primär in ärmeren Quartieren in Zürich-Nord und -West untergebracht. Am Mittwoch berichtete der «Tages-Anzeiger», dass nun auch auf dem Zürichberg Flüchtlinge und Asylsuchende einziehen werden. 80 mehrheitlich aus Eritrea, Somalia und Äthiopien stammende Personen beziehen noch diese Woche eine ehemalige Villa an der Sonnenbergstrasse 19, die zum Mehrfamilienhaus mit 15 Wohnungen umgebaut wurde.

«Asylbewerber gehören nicht auf den Zürichberg»

Gestern hat die Asylorganisation Zürich (AOZ) die Anwohner an der Sonnenbergstrasse mit einem Flyer über «ihre neuen Nachbarinnen und Nachbarn» informiert. Doch die bereits seit längerer Zeit in Zürich lebenden Flüchtline sind an bester Lage in Zürich-Fluntern nicht willkommen. SVP-Gemeinderat Urs Fehr will sich gemeinsam mit den Bewohnern des Quartiers gegen das Projekt wehren. «Asylbewerber gehören nicht auf den Zürichberg», sagt er gegenüber dem «Tages-Anzeiger». «Hier wohnen die besten Steuerzahler, und diese wollen kein Asylheim vor der Nase.» Weiter kritisiert er die Schaffung falscher Anreize, wenn Flüchtlinge plötzlich an exklusiver Wohnlage mit Seeblick einquartiert werden und umgeben sind vom Luxus der reichen Nachbarn.

Die Stadtzürcher SVP doppelte am Mittwoch in einer Fraktionserklärung im Gemeinderat nach. Darin nennt sie das neue Asylhaus einen «Affront gegenüber jenen Mitbürgern in unserer Stadt, welche sich kaum eine Wohnung leisten können.» Die SVP-Gemeinderatsfraktion kritisiert zudem, dass die Quartiersbevölkerung erst zwei Tage vor Bezug vor vollendete Tatsachen gestellt worden sei.

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