Zürich
Kritik am geplanten Universitätsspital: Es sei zu gross

Das Volumen des geplanten neuen Universitätsspitals in Zürich ist nach Meinung der "Arbeitsgruppe besorgter Bürger - Zürich" für das Quartier zu gross. Der Kantonsrat soll deshalb die Richtplanänderung für das Hochschulquartier Zürich-Zentrum zur Überarbeitung an den Regierungsrat zurückweisen.

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Der geplante Modulbau beim Universitätsspital Zürich.

Der geplante Modulbau beim Universitätsspital Zürich.

zvg

Ein Jahr werde ausreichen, um das unbefriedigende Projekt zu überarbeiten, ist Arbeitsgruppen-Vertreter Heinz Oeschger überzeugt. Die Arbeitsgruppe anerkenne den Bedarf nach einem neuen Universitätsspital und den Entscheid zum Standort im Hochschulquartier. Der öffentlich bekannte Masterplan werde jedoch dem geplanten Generationenprojekt nicht gerecht.

Die Vorbereitungsarbeiten für den Masterplan seien nicht vergebens, sagte Matthias Hürlimann von der Arbeitsgruppe und fügte an: "Unsere Änderungswünsche lassen sich ohne übertriebenen Aufwand berücksichtigen." Der Masterplan lasse sich ohne Konsequenzen für die ursprünglichen Zielsetzungen stadtverträglich modifizieren.

"Kronenbauten" nicht überragen

Gefordert wird, dass kein Gebäude die beiden "Kronenbauten" ETH und Universität als weiterherum sichtbare Wahrzeichen Zürichs überragt. Dazu nötig sei eine Reduktion der Gebäudehöhen auf maximal 480 Meter über Meer für flache Gebäude, als Ausnahme sollen 490 M.ü.M. möglich sein.

Die unter Schutz stehenden Spitalbauten der Architekten Häfeli Moser Steiger aus den 1950er Jahren könnten nach Ansicht der Arbeitsgruppe teilweise preisgegeben werden. Dadurch lasse sich der nötige Spielraum für städtebauliche Anpassungen schaffen.

Auch der Spitalpark könne durchaus verkleinert werden, sagte Hürlimann. Keinesfalls soll er - wie im Projekt vorgesehen - vergrössert werden. Wenn auf Parkgebiet in der Ebene gebaut werde, könne auf Hochhäuser verzichtet werden. Heutzutage brauche ein Spital eigentlich gar keinen Park.

Haupteingang des Spitals nicht verschieben

Nichts hält die Arbeitsgruppe überdies von der Verschiebung des Haupteingang des Unispitals weg von der Hauptverkehrsachse Rämistrasse an die Gloriastrasse. Und auf die geplanten Bauten für die Wirtschaftswissenschaften auf der Wässerwies solle verzichtet werden. Sie sollen auf dem Areal Irchel der Universität realisiert werden.

Für Martin Killias, den Präsidenten des Zürcher Heimatschutzes, ist die Preisgabe von Park und des Häfeli-Moser-Steiger-Baus "keine Lösung". Einig sei der Heimatschutz aber mit der Forderung nach einer deutlichen Reduktion der Gebäudevolumen. Die "masslosen Raumwünsche" der beteiligten Institutionen seien "völlig unhinterfragt" der Planung zugrunde gelegt worden, kritisierte Killias. So sei es zur "pharaonischen Dimension" gekommen.