Es handle sich um die erste Studie in dieser Grössenordnung über die Kontrolle und Regulation des Zellverkehrs, teilte die Universität Zürich am Donnerstag mit. Die Entdeckung der molekularen Prinzipien des Zelltransports wurde 2013 mit dem Nobelpreis für Physiologie und Medizin honoriert.

Der Transport von Nahrungs- und Botenstoffen in der Zelle erfolgt über Membranbläschen, in welchen die Stoffe eingeschlossen und zum Bestimmungsort transportiert werden. Das Team um Lucas Pelkmans vom Institut für Molekulare Biologie konnte nun 13 solche Transportwege in der Zelle verfolgen und vergleichen.Dazu haben sie die Rolle von 1200 Genen, die am Transport beteiligt sind erfasst, wie sie im Fachjournal "Cell" berichten. Dann berechneten sie die hierarchische Abfolge innerhalb des genetischen Netzwerks. Es zeigte sich, dass die Transportrouten durch unterschiedliche Kontrollsysteme reguliert und koordiniert werden.

"Der Transport in die Zelle hinein und in der Zelle selbst erfolgt analog dem Gütertransport in einer Stadt", erklärte die Erstautorin Prisca Liberali in der Mitteilung. "Wie in einer Stadt ist der Verkehr auf den Routen in der Zelle und an deren Kreuzungen durch „Ampeln" und „Beschilderungen" genau geregelt."
Mit diesem Wissen könnten nicht nur die Ursachen von Erkrankungen, die mit dem Transportsystem zusammenhängen, erkundet werden, betonen die Forscher. Da viele Medikamente an diesen molekularen Ampeln und Schaltern wirken, könnten womöglich Wirkstoffe entwickelt werden, die unerwünschte Stoffe wie Viren in das Entsorgungssystem der Zelle abschieben. (sda)