Zürich
Krebsliga stellt ihren günstigen Fahrdienst ein

Bisher konnten Krebspatienten, die zur Chemotherapie fahren mussten, den Transportdienst der Krebsliga beanspruchen. Wegen sinkender Nachfrage wird dieser nun ersatzlos eingestellt.

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Wegen sinkender Nachfrage hat sich die Krebsliga Zürich dazu entschieden, den Fahrdienst für Krebspatienten einzustellen. Es sollen dadurch Angebote für Betroffene und Angehörige sichergestellt werden, die einem grösseren Bedürfnis entsprechen. (Symbolbild)

Wegen sinkender Nachfrage hat sich die Krebsliga Zürich dazu entschieden, den Fahrdienst für Krebspatienten einzustellen. Es sollen dadurch Angebote für Betroffene und Angehörige sichergestellt werden, die einem grösseren Bedürfnis entsprechen. (Symbolbild)

Keystone

Weil immer weniger Personen den günstigen Fahrdienst der Krebsliga Zürich in Anspruch nehmen, wird dieser auf Ende Jahr eingestellt, berichtet der "Tages Anzeiger". Von dieser Änderung betroffen sind rund 470 Frauen und Männer, die den Dienst regelmässig nutzen - entsprechend gross ist deren Empörung. So schildert eine Betroffene gegenüber dem "Tages Anzeiger", dass sie den Fahrdienst als eine sinnvolle Dienstleistung einschätze, bei der die Spendengelder am direktesten den Betroffenen zugutekommen würden. Dementsprechend unverständlich erscheint ihr das Absetzen des Fahrdienstangebotes.

Rolf Huck, Geschäftsführer der Krebsliga Zürich, hat Verständnis für die empörten Reaktionen und bestätigt gegenüber dem "Tages Anzeiger" diese Änderung. Die rückläufigen Zahlen hätten sie zum Entscheid gezwungen, die bisher aufgewendeten Kosten für den Fahrdienst nun anderweitig auszugeben, wie zum Beispiel in der Unterstützung beim Arbeitsplatzerhalt.

Spendeneinbruch um 42 Prozent

Wurden im Jahr 2014 noch knapp 12 000 Fahrten durchgeführt, waren es 2016 nur noch rund 9500 - Tendenz sinkend. "Wir haben den Eindruck, dass viele Patientinnen und Patienten ihre Transporte zunehmend privat organisieren", sagt Huck im Gespräch. Zudem seien die Spendengelder seit 2010 um 42 Prozent zurückgegangen, was den Erhalt des Fahrdienstes ebenfalls erschwerte. Dieser wurde nämlich zu über 80 Prozent aus Spenden und Mitgliederbeiträgen finanziert.

Niemand wird im Stich gelassen

Huck betont, dass Krebspatienten auch weiterhin von der Krebsliga unterstützt werden. So hat die Krebsliga auf Anfang 2018 einen Fonds für Härtefälle eingerichtet. Mit diesem werden Patienten, die ihre Fahrten ins Spital oder zum Arzt nicht privat organisieren oder die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen können, weiterhin unterstützt. Dies sei dank Spenden von Stiftungen möglich, die man für den Fonds gewinnen konnte.

Auch versuche man für das Fahrpersonal eine akzeptable Lösung zu finden. So wurden zwei, der noch insgesamt vier Mitarbeiter, frühzeitig pensioniert. Den anderen zwei Fahrern sei ordnungsgemäss gekündigt worden. Sie seien auf Stellensuche und werden von der Krebsliga unterstützt, sagt Huck gegenüber dem "Tages Anzeiger". (lgi)