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Kosovos Bildungsminister zu Gast bei Zürcher Verwaltungs-Fachleuten

Arsim Bajrami, Bildungsminister der Republik Kosovo, Mark Eberli, Rosmarie Quadranti und Giorgio Ciroli, Gemeindeschreiber von Rümlang (von links).

Arsim Bajrami, Bildungsminister der Republik Kosovo, Mark Eberli, Rosmarie Quadranti und Giorgio Ciroli, Gemeindeschreiber von Rümlang (von links).

Die Zürcher Verwaltungsfachleute und Gemeindeschreiber wollen die Vorzüge moderner Technologien nutzen. Das wurde an einer Tagung deutlich. An dieser zu Gast war der Bildungsminister der Republik Kosovo.

Die Stimme der Übersetzerin kommt ins Stocken, ihr Gesichtsausdruck wirkt plötzlich besorgt. Eben musste sie ins Deutsch übersetzen, dass ihr Beruf durch die digitale Revolution obsolet werde. Den Seitenhieb erlaubt hat sich Arsim Bajrami, Bildungsminister der Republik Kosovo, der am Donnerstag als Ehrengast zur Tagung des Vereins Zürcher Gemeindeschreiber und Verwaltungsfachleute (vzgv) in Rümlang geladen war.

«Wir wollten uns an der diesjährigen Tagung mit der Frage auseinandersetzen, was digital auf Gemeindeverwaltungen zukommt», sagt der Rümlanger Gemeindeschreiber und Gastgeber Giorgio Ciroli. Für den Unterengstringer, der in der Vereinskommission «Lernende» vertreten ist, ist es ein Anliegen, dass Gemeindeverwaltungen mit der digitalen Entwicklung mithalten.

«Wir Gemeindeverwaltungen sind nicht gerade dafür bekannt, mit technischen Neuerungen Schritt zu halten. Die Tagung soll deshalb auch dazu dienen, gegen dieses Klischee anzugehen», sagt Ciroli, der hofft, dass die teilnehmenden Gemeindevertreter nach diesem Tag neue Ideen in ihre Verwaltungen bringen.

Expertinnen wie Home-Office-Pionierin Barbara Josef und BDP-Nationalrätin und Volketswiler Schulpräsidentin Rosmarie Quadranti berichteten über ihre Erfahrungen mit digitalen Hilfsmitteln. Josef hob das Potenzial derselben für Heimarbeit hervor, während Quadranti die Herausforderung der sich stetig ändernden Online-Welt an das Gewohnheitstier Mensch thematisierte.

Digitalisierung in Kosovo

Vom kosovarischen Bildungsminister Arsim Bajrami erfahren die Zürcher Verwaltungsvertreter von den Bestrebungen seines Landes, sämtlichen Schülern Internetzugang zu ermöglichen. Der Bildungspolitiker weist aber auch auf Gefahren wie soziale Isolierung hin und empfiehlt, die nötige Prävention in die Schulbildung einzubauen.

Bajrami weilt in diesen Tagen auf Einladung des Gemeindeschreiber-Vereins in der Schweiz, wo er sich unser duales Bildungssystem vorstellen lässt. Die Banden zu Bajrami knüpfte Ciroli, als er mit anderen Vertretern der Kommission «Lernende» im April Kosovo besuchten.

«Auf Gemeindeverwaltungen absolviert eine hohe Anzahl Lernende mit kosovarischen Wurzeln ihre Ausbildung, weshalb wir unsere diesjährige Bildungsreise dorthin machen wollten», so der Unterengstringer. Bajrami, der als Rechtsdozent bei der Ausarbeitung der neuen Verfassung Kosovos mitwirkte, hat das Potenzial der Digitalisierung für sein Land längst erkannt.

Per Smartphone führt er durch die Website des Bildungsministeriums, die auf den Tag genau aktualisiert ist. «Die jungen Leute Kosovos begrüssen die neuen Technologien und benutzen diese für ihre Alltagskommunikation», sagt Bajrami. Was ihm Sorge bereite, seien deren Lehrer. Diese würden die klassischen Lehrmittel noch immer den digitalen Möglichkeiten vorziehen.

Im Laufe des Vormittags zeigt sich, dass Gemeindeverwaltungen sich intensiv mit der Digitalisierung beschäftigen. Sowohl interne Arbeitsabläufe wie auch Dienste für die Bevölkerung könnten damit umstrukturiert werden. In der Verwaltung sei man immer noch stark auf Papier fokussiert, sagt ein Zürcher Gemeindeschreiber.

Die Bewohner erwarteten immer noch eine hohe Schalterpräsenz, auch wenn vieles Behördliche per Mausklick erledigt werden könne, fügt eine Kollegin an. «Home-Office-Möglichkeiten würden uns helfen, Arbeiten, die eine hohe Konzentration erfordern, in Ruhe zu Hause zu erledigen», sagt Ciroli. Dadurch könne dann dem Bürger am Schalter die volle Aufmerksamkeit geschenkt werden.

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