Verkehrssicherheit
Kontroverse: Wie breit dürfen Velostreifen in der Stadt Zürich sein?

Die Stadt Zürich will gemäss ihrem Masterplan Velo bis 2025 doppelt so viele Fahrräder auf die Strasse bringen wie heute.

Drucken
Teilen
Zu wenig Platz für Velofahrer: Stadt Zürich national anerkannte Standards (Archiv)

Zu wenig Platz für Velofahrer: Stadt Zürich national anerkannte Standards (Archiv)

Keystone

Trotzdem hat das Tiefbauamt Ende letztes Jahr beschlossen, dass die Velowege in Zürich deutlich schmaler sein dürfen als von Fachleuten empfohlen wird.

Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, sei der Entscheid hinter verschlossenen Türen gefällt worden.

Denn:Erst gerade hat Tiefbauvorsteher Filippo Leutenegger (FDP) vor den Medien erklärt, er habe ein Express-Team zusammengestellt, um kleine Hindernisse für Velofahrer stadtweit zu beseitigen.

Dies war ein logischer nächster Schritt, nachdem die Zürcher die Städteinitiative letztes Jahr annahmen. Damit beschlossen sie, 120 Millionen Franken für die Veloförderung auszugeben.

Der Entscheid, wie breit die Velowege in Zürich sein dürfen, ist gemäss «Tages-Anzeiger» in einem Dokument mit dem Namen «Velostandards Stadt Zürich» festgehalten, welches massgebend sei für die Planung von Um- und Neubauten der Strassen.

Die Vorgaben in diesem Dokument seien «wichtiger als der Masterplan Velo», wie ein Verkehrsingenieur sagt, der aus beruflichen Gründen anonym bleiben will.

Stadt Zürich unterschreitet Schweizer Mindestmass

Wie Gabi Petri, Co-Geschäftsführerin des Verkehrs-Clubs Zürich (VCS) zum «Tages-Anzeiger» sagt, führen die neuen Vorgaben nicht zur Verdoppelung des Veloverkehrs. «Bei den Velostandards unterschreitet Zürich die Normen, welche national anerkannt sind.»

Die Mindestbreite, welche ein Velo gemäss dem Verband Schweizerische Strassenfachleute benötigt, ist 1,2 Meter.

In Fällen von Gegenverkehr oder Steigungen ist es noch mehr. Die Stadt Zürich plant nun deutlich weniger Platz ein.

Leuteneggers Sprecher Pio Sulzer sagt zum Thema: «Die Velostandards ermöglichen ein sicheres Vorwärtskommen, indem der Fokus vor allem auch auf Lückenschlüsse gelegt wird.»

Um den oft engen Platzverhältnissen in Zürich entgegenzuwirken, hat die Stadt ein komplexes System entwickelt. Es gibt Haupt-, Komfort- und Nebenrouten und dabei verschiedene Qualitätsstufen.