Zürich
Konsum von gefährlich hoch dosierten Ecstasy-Pillen nimmt zu

In der Stadt Zürich sind immer häufiger extrem hoch dosierte Ecstasy-Pillen im Umlauf. Dies zeigen Tests von Partydrogen, welche das Drogeninformationszentrum DIZ der Stadt jedes Jahr durchführt. Ein Fünftel der im vergangenen Jahr kontrollierten Pillen enthielten gefährlich hohe Dosen.

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Das Logo einer Ecstasy-Pille sagt meistens nichts über die Zusammensetzung aus, warnt das Drogeninformationszentrum. (Archiv)

Das Logo einer Ecstasy-Pille sagt meistens nichts über die Zusammensetzung aus, warnt das Drogeninformationszentrum. (Archiv)

Keystone

Der Konsum von zu hoch dosierten Ecstasy-Pillen kann etwa zu Überhitzung, Dehydration und Herz-Kreislauf-Überlastung führen, wie das Drogeninformationszentrum am Dienstag mitteilte. Im vergangenen Jahr beobachtete das DIZ erneut eine starke Zunahme von Pillen mit einem sehr hohen Gehalt (über 160 Milligramm) des Wirkstoffs MDMA.

160 Milligramm MDMA bedeute die Maximaldosierung für einen 106 Kilogramm schweren Mann oder eine 123 Kilogramm schwere Frau, schreibt das DIZ. Als Faustregel gilt bei diesem Wirkstoff ein oberer Grenzwert von 1,5 Milligramm pro Kilo Körpergewicht. Für einen 80 Kilogramm schweren Mann wären es etwa 120 Milligramm.

Rund 20 Prozent der 2016 kontrollierten Pillen enthielten sogar einen MDMA-Gehalt von über 200 Milligramm. Die meisten Ecstasy-Pillen sind mit einem "Logo" geprägt, einige auch farbig. Das Aussehen liesse aber keine Rückschlüsse auf die Zusammensetzung zu, warnt das Drogeninformationszentrum.

Kokain kein "harmloser Kick"

Mit 43 Prozent machte Kokain auch im vergangenen Jahr wieder den grössten Anteil der vom DIZ getesteten Proben aus, gefolgt von Amphetamin (20 Prozent) und MDMA-Pillen oder -Pulver (18 Prozent). Beim Kokain enthielten deutlich mehr als die Hälfte der Proben ein psychoaktives Streckmittel. Das DIZ spricht von einem "alles anderen als harmlosen Kick".

Insgesamt testete die Jugendberatung Streetwork im DIZ in der Stadt Zürich im vergangenen Jahr 2064 Substanzdrogen. Erstmals wurden auch die Daten des mobilen Drug-Checkings ausgewertet. Dabei sind die Berater jeweils an ausgesuchten Events vor Ort, um Substanzen zu testen.

3050 Personen nutzten die beiden Angebote mit Beratungen. Mit 1127 Personen wurden zudem längere Gespräche zu ihrem Konsumverhalten geführt. Rund 120 Personen leiteten die Berater an spezifische Angebote wie etwa eine Therapie weiter. 70 Prozent aller Personen, welche die Drogentests in Anspruch nahmen, waren Männer.