"Die umfassende Sanierung von Gebäudekomplex und Trägerschaft ermöglicht einen zeitgemässen Konzert- und Kongressbetrieb in Zürich", sagte Christian Bretscher, Geschäftsführer des Komitees "2x Ja zu Kongresshaus und Tonhalle" am Donnerstag vor den Medien. Sie berücksichtige die Bedürfnisse von Bevölkerung, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur optimal.

Gemeinderäte von FDP, GLP, CVP, SP und Grünen zeigten sich einig, dass die Sanierung dringend nötig sei. Bausünden der Vergangenheit würden damit beseitigt und schwerwiegende Mängel bezüglich Benutzerfreundlichkeit, Sicherheit und Gebäudetechnik behoben. Zürich brauche wieder ein würdiges Zentrum für Veranstaltungen, Kongresse und Konzerte.

Gordischer Knoten gelöst

Bei der Abstimmung vom 5. Juni geht es einerseits um die Bereitstellung der für die Sanierung erforderlichen Mittel. Anderseits soll die Trägerschaftsstruktur geändert werden. Die bestehende privatrechtliche Stiftung wird durch eine neue öffentlich-rechtliche ersetzt.

Für den Neubau brauche es ein stabiles wirtschaftliches Fundament, hob das Komitee die Wichtigkeit dieser Neuorganisation hervor. In der Vergangenheit habe sich in diesem Bereich immer mehr ein gordischer Knoten gebildet, weshalb ein Schnitt nötig geworden sei. Zudem sei das ganze Konstrukt in der neuen Form transparenter.

Insgesamt befindet das Stimmvolk über einen Kredit in der Höhe von 240 Millionen Franken. 165 Millionen davon sind Baukosten. Dazu kommen 73 Millionen Franken, mit denen die Besitzerin der beiden Gebäude, die Kongresshaus-Stiftung, entschuldet werden soll.

Die Stadt zahlt künftig ausserdem jährliche Betriebsbeiträge von maximal 5,4 Millionen Franken an die Trägerschaft des Kongresshauses und an die Tonhalle-Gesellschaft, die damit die Raumkosten begleicht. Dies sei gerechtfertigt, betonte das Komitee. Es gebe weltweit kein Kongresshaus, das auf eigenen Beinen stehe.

Bereits einmal an der Urne gescheitert

Eigentlich wollte der Zürcher Stadtrat an Stelle des heutigen Komplexes ein neues Kongresszentrum bauen. 2008 scheiterte der Landkauf für ein Neubauprojekt des spanischen Stararchitekten Rafael Moneo aber am Stimmvolk.

Darauf folgte eine jahrelange Suche nach einem alternativen Standort, die schliesslich ergebnislos abgebrochen wurde. 2013 entschied der Stadtrat, das bestehende Haus am See zu sanieren und so umzubauen, dass es künftig auch für grössere Kongresse mit bis zu 2500 Plätzen taugt.

Der Baubeginn ist für Sommer 2017 geplant. Im Jahr 2020 sollen Tonhalle und Kongresshaus dann wieder bezugsbereit sein. Die miteinander verbundenen Gebäude sind beide im Inventar der überkommunalen Schutzobjekte der kantonalen Denkmalpflege aufgeführt.