Zürich
Komponist Hans Ulrich Lehmann feiert seinen 75. Geburtstag

Der eng mit der Neuen Musik verbundene Komponist Hans Ulrich Lehmann feiert am 4. Mai seinen 75. Geburtstag. Sein neuestes Werk «Songs» für Cembalo solo wird am 25. Mai im Kunsthaus Zürich im Rahmen des städtischen Musikpodiums uraufgeführt.

Karl Wüst
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Hans Ulrich Lehmann, Komponist

Hans Ulrich Lehmann, Komponist

Keystone

Solist des Geburtstagskonzerts im Kunsthaus, an dem neben «Songs» auch Werke von Edward Staempfli, Bruno Karrer und Kent Olofson zu hören sein werden, ist der deutsche Cembalist Moritz Ernst. Er bestreitet den Abend zusammen mit der Camerata variabile Basel.

Der 1937 in Biel geborene Hans Ulrich Lehmann, der in Uster ZH lebt, gehört zu den wichtigsten Schweizer Komponisten seiner Generation. Zu seinen neueren Werke gehören die 15 Minuten dauernden «Nachklänge für Streichquartett», die Lehmann für das Schweizer Galatea-Quartett geschrieben hat. Die Uraufführung fand 2011 an den Tagen für Neue Musik in Zürich statt.

Musikmosaik

Lehmanns Werkliste beginnt 1960 mit den «Structures transparentes» für Klarinette, Viola und Klavier. 1964 komponierte er das Klarinettensolostück «Mosaik», dessen «Abschnitte in beliebiger Reihenfolge aneinandergeknüpft werden können», wie es in der Stückanleitung heisst. Es biete - «in mobiler Form» - «zahlreiche, neuere spieltechnische Möglichkeiten».

Das experimentelle Erforschen von Klangräumen ist bis heute ein wichtiges Markenzeichen von Lehmanns Neuer Musik. Seit 1973 integriert Lehmann immer wieder auch Singstimmen in seine Kompositionen.

Diese Stücke heissen etwa «A la recherche» (1973), «Tantris» (1976/1977), «Sprich...» (1993), «Three Songs» (2000), «Apparition» (2006/2007) oder «Dans la nuit» (2010). Begleitet von Instrumenten, vertonen sie Texte von James Joyce, Rose Ausländer, Edward Estlin Cummings, Stéphane Mallarmé oder Henri Michaux.

Dozent, Direktor und Präsident

Seine Studien absolvierte Lehmann an den Konservatorien in Biel, Zürich und Basel. Er liess sich zum Cellisten ausbilden, studierte Musiktheorie bei Paul Müller-Zürich und Komposition bei Pierre Boulez und Karlheinz Stockhausen.

Er lehrte an verschiedenen Hochschulen. Von 1976 bis 1998 war Lehmann Direktor des Konservatoriums und der Musikhochschule in Zürich, von 1983 bis 1986 zudem Präsident des Schweizerischen Tonkünstlervereins (STV).

Hans Ulrich Lehmann wurde verschiedentlich ausgezeichnet: mit dem Musikpreis der Conrad-Ferdinand-Meyer-Stiftung (1973), dem Komponistenpreis des STV (1988), dem Kunstpreis der Stadt Zollikon ZH (1990) und dem Kunstpreis der Stadt Zürich (1993).