«Was können wir von Mumien lernen?» oder «Sind Pflanzen Energieverschwender?» Auf diese und viele andere Fragen versuchen die Forschenden an der Ausstellung mit über vierzig Ständen zum Thema «Was die Welt antreibt – Energie für Geist, Körper und Alltag» Antworten zu geben. Zwischen rollenden Robotern und einem begehbaren Darm eröffnet sich dem Laienpublikum eine bunte Wissenschaftsgalerie, in der die zumeist höchst komplexen Inhalte alles andere als theoretisch-trocken vermittelt werden. Zahlreiche Specials, Vorführungen und Gespräche, unter anderem mit Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, sowie ein Kinderprogramm ergänzen die Ausstellung.

Edutainment grossgeschrieben

Im Science Slam, einem Wissenschaftswettstreit, versuchen die Kandidaten, dem Publikum ihren Forschungsgegenstand in höchstens zehn Minuten näherzubringen. Science Slam, eine neuere Form von Edutainment, wurde 2010 erstmals in der Schweiz von Silvan Rosser durchgeführt, der den Slam moderiert. «Science Slam ist Wissenschaft gewitzt präsentiert», fasst Rosser zusammen. Die Idee dahinter sei, dass die Forschenden aus dem stillen Kämmerchen kommen und ihre Arbeit einem breiten Publikum zugänglich machen.

Das natürliche Rennverhalten von Robotern, die Soziologie der romantischen Liebe und die Vorteile von Druckluftspeicherkraftwerken werden mit kurzen Filmen, viel Power Point oder ganz ohne Hilfsmittel erläutert. Strom wird der Einfachheit halber mit Zaubertrank und der Verbraucher mit Lemmingen gleichgesetzt. Das Publikum sitzt auf zwanzig runde Tische und eine Tribüne verteilt, Science Slam ist unterhaltsames Lernen, soll also nicht im strengen Rahmen einer Vorlesung daherkommen. Die Leistung der akademischen Slammer wird vom Publikum gleich im Anschluss an die Präsentation mittels Notenkarten beurteilt.

Explosionen lehrreich

Üblicherweise sei für den Laien Chemie das, «was knallt und stinkt», leitet ETH-Professor Wolfram Uhlig seine Chemie-Show im vollbesetzten Vorlesungssaal ein. Wie Chemie zum Staunen bringt, präsentiert er zusammen mit dem Vorlesungsassistenten Bruno Rüttimann in einem stündigen Spektakel. So leiten sie mit einer Gurke Strom, ziehen eine zwei Meter hohe Schaumsäule aus einer Flasche Bier oder erzeugen fräsende Geräusche mit Trockeneis.

Neben diesen witzigen Demonstrationen weisen sie auch auf gefährliche Situationen im Alltag hin, indem sie eine kleine Gasexplosion verursachen und zeigen, was passiert, wenn man einen Ölbrand mit Wasser löscht. Uhlig gibt zu, dass diese Vorführungen keineswegs die Inhalte moderner Chemie wiedergeben. Sein Ziel ist, einige grundlegende chemische Reaktionen auf spielerische Weise für Gross und Klein zu veranschaulichen.

Robotik für Kinder

Auch die Kleinen kommen an der Scientifica nicht zu kurz. «Warum gibt es die Erde?» oder «Was geschieht am Himmel?» sind Fragen, die in kurzen Vorlesungen kindergerecht erläutert werden. Der Workshop «Roboter programmieren» für Kinder ab acht Jahren ist in kurzer Zeit ausgebucht. Unter kundiger Anleitung des Forschers Stéphane Magnenat und einem Dutzend Studierender programmieren an die 30 Mädchen und Buben Thymio, einen Schulungsroboter.

Thymio, ein unscheinbares weisses Kästchen, hat es in sich. Der Roboter kann Hindernisse erkennen, zeigt das, indem er rot und blau blinkt und weicht schliesslich aus. Nach nur einer Stunde gelingt es den Kindern, die konzentriert mit einem Skript vor den Bildschirmen arbeiten, einen Roboter zu steuern und zu kontrollieren. So macht Wissenschaft Spass, und den wird auch Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf haben, die einen Thymio als Geschenk mit nach Hause nimmt.