Unispital

Kommission nimmt Unispital unter die Lupe

Das USZ mit über 6000 Angestellten und weit über 100 000 Patienten pro Jahr wird derzeit oft kritisiert. key

Das USZ mit über 6000 Angestellten und weit über 100 000 Patienten pro Jahr wird derzeit oft kritisiert. key

Am Universitätsspital häufen sich die Konflikte. Von einem Forschungsskandal war die Reder, die Kaderärtze unzufrieden – jetzt greift die kantonsrätliche Aufsichtskommission ein,

Negative Schlagzeilen über das Universitätsspital Zürich (USZ) haben sich in letzter Zeit gehäuft: Von einem Forschungsskandal war die Rede, von massiver Unzufriedenheit der Kaderärzte mit der Spitalleitung und vom geplanten Abbau von 130 bis 150 Stellen.

Nun will die kantonsrätliche Aufsichtskommission über Bildung und Gesundheit die Situation rund ums USZ unter die Lupe nehmen: An ihrer letzten Sitzung hat sie beschlossen, «die jüngsten Ereignisse abzuklären» und dem Kantonsrat darüber Bericht zu erstatten, wie Kommissionspräsident Johannes Zollinger (EVP, Wädenswil) gestern mitteilte. Welche «Ereignisse» sich die Kommission genau vornehmen will, wollte er auf Anfrage nicht erläutern. Nur so viel: «Allein schon die Tatsache, dass immer wieder öffentlich Kritik angebracht wird, macht uns Sorge. Wir wollen zur Klärung beitragen und hoffen, dass sich die Situation wieder beruhigt.»

Die Konfliktherde

Das USZ ist Arbeitgeber von knapp 6300 Angestellten und Versorger von jährlich über 100000 ambulanten und 30000 stationären Patienten. Drei Konfliktherde sorgten in den letzten Wochen für Schlagzeilen:

• Konfliktherd I: Der Forschungsskandal um einen Titularprofessor. Dieser war nach einem Streit mit seinem Vorgesetzten am USZ abgesetzt worden – zu Unrecht, wie das Zürcher Verwaltungsgericht urteilte. Der schweizerische Nationalfonds, Geldgeber des betreffenden Forschungsprojekts, attestierte in diesem Zusammenhang der Universität Zürich und dem USZ wissenschaftliches Fehlverhalten und empfahl eine Mediation. Zuletzt nahm vorgestern der Zürcher Regierungsrat zu dem Fall Stellung: Es bestehe kein weiterer Handlungsbedarf, eine Administrativuntersuchung sei nicht nötig, fand die Regierung.

• Konfliktherd II: Eine Befragung durch das ETH-Institut für Arbeits- und Organisationswissenschaft ergab, dass die USZ-Kaderärzte der Spitaldirektion unter Führung von Rita Ziegler ein miserables Zeugnis ausstellten: Sie sei fachlich nicht kompetent, illoyal und unkooperativ.

• Konfliktherd III: Das USZ muss sparen. 130 bis 150 Stellen werden gestrichen, teilte die Spitaldirektion Ende Januar mit. Und: Die Details der Sparübung würden bis Ende Februar geklärt. Seither herrscht Funkstille.

Offene Fragen

Fragen zum geplanten Stellenabbau liess die USZ-Pressestelle gestern unbeantwortet. Keine Antworten gab sie auch auf die Fragen, ob es seit der ETH-Studie eine Aussprache zwischen den Kaderärzten und der Spitaldirektion gegeben habe und ob im Fall des abgesetzten Titularprofessors Bemühungen um Wiedergutmachung laufen.

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