Zürich
Kommission des Kantonsrats beantragt Gegenvorschlag zur Klassengrössen-Initiative

Nach dem Zürcher Regierungsrat lehnt nun auch die vorberatende Kantonsrats-Kommission die Klassengrössen-Initiative der EVP ab. Eine starre Höchstzahl von 20 Schülern führe nicht zum Ziel, sei schwierig umzusetzen und teuer, findet die KBIK.

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Die Kantonsrats-Kommission lehnt die "Klassengrössen-Initiative" der EVP ab (Symbolbild).

Die Kantonsrats-Kommission lehnt die "Klassengrössen-Initiative" der EVP ab (Symbolbild).

Eddy Schambron/Archiv

Die Kommission für Bildung und Kultur (KBIK) des Kantonsrats beantragt einen Gegenvorschlag zur „Klassengrösseninitiative" der EVP. Mit dieser möchte die EVP die Schülerzahl pro Klasse auf 20 fixieren. Nur so sei es möglich, die Qualität in den Schulen zu erhalten und die Integration von Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen.

Die KBIK lehne die „Klassengrösseninitiative" klar ab, wie sie in einer Medienmitteilung schreibt. Sie sehe aber punktuell durchaus Handlungsbedarf und beantrage dem Kantonsrat deshalb einen Gegenvorschlag. Es sollen zusätzliche Ressourcen für Schulen bereitgestellt werden, welche sie wirklich nötig haben.
Die Kommission habe sich bei ihren Beratungen zur EVP-Volksinitiative intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, wie den Herausforderungen mit grossen Klassen begegnet werden sollen. Die Volksinitiative mit ihrer starren Höchstzahl von 20 Schülerinnen und Schülern pro Klasse erachte sie jedoch als den falschen Weg: Sie würde zu zahlreichen praktischen Umsetzungsproblemen führen und brächte erhebliche Mehrkosten von mindestens 120 Mio. Franken pro Jahr für Kanton und Gemeinden.
So sei oft nicht die Grösse einer Klasse für Schwierigkeiten verantwortlich, sondern andere Faktoren, etwa deren Zusammensetzung. Überdies könne der zusätzliche Bedarf von rund 1'350 Lehrpersonen angesichts des bereits bestehenden Lehrkräftemangels gar nicht gedeckt werden. Und schliesslich entstünden substantielle Mehrkosten aufgrund des zusätzlichen Schulraumbedarfs, die allein die Gemeinden zu tragen hätten.

Als Gegenvorschlag beantrage die Kommission dem Kantonsrat, die Schülerdurchschnittszahlen für die Stellenberechnung im Lehrpersonalgesetz generell um 0,2 zu senken. Konkret bewirke dieser Gegenvorschlag eine Erhöhung um gut 100 Stellen. Damit entstehe ein der Pool an Ressourcen, die je nach Bedarf verteilt werden können. Der Gegenvorschlag sei mit jährlichen Mehrkosten von 3 Mio. Franken für den Kanton und 12 Mio. Franken für die Gemeinden verbunden. Eine Minderheit aus SVP und FDP sehe keinen Bedarf für zusätzliche Ressourcen an der Volksschule und lehne auch den Gegenvorschlag ab. (fwa)