Zürich
Komitee «Zürichsee für alli» hält an Initiative fest

Das SP-nahe Komitee «Zürisee für alli» will an seiner Volksinitiative festhalten, wenn es Partner für den Abstimmungskampf findet. Die EVP, die ebenfalls eine entsprechende Initiative eingereicht hat, fühlt sich vor den Kopf gestossen.

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Das SP-nahe Komitee «Zürisee für alli» will an seiner Volksinitiative festhalten. (Archiv)

Das SP-nahe Komitee «Zürisee für alli» will an seiner Volksinitiative festhalten. (Archiv)

Keystone

Auch nachdem sich der Kantonsrat Ende August gegen die Seeuferweg- Initiative ausgesprochen hat, will das Komitee «Zürisee für alli» an seinem Begehren festhalten, wie Kantonsrätin Julia Gerber Rüegg (SP, Wädenswil) vom Komitee auf Anfrage der sda sagte. Dies habe das Komitee mit grosser Mehrheit beschlossen.

Bedingung ist aber, dass das Komitee Partner findet, die finanziell und ideell den Abstimmungskampf unterstützen. Das Komitee, in dem bereits verschiedene SP-Bezirksparteien vertreten sind, will nun mit der SP des Kantons Zürich zusammensitzen. Auch mit der EVP und weiteren Organisationen seien Gespräche vorgesehen, sagte Gerber Rüegg weiter.

Die EVP des Kantons Zürich ist über das Vorgehen des Komitees nicht erfreut, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst. Taktisch sei es für die EVP nicht verständlich und nicht nachvollziehbar, weshalb die SP mit ihrem Vorgehen den Gegenvorschlag aufs Spiel setzt. Wäre die Initiative zurückgezogen worden, wäre der Gegenvorschlag automatisch in Kraft gesetzt worden.

Ob die EVP nun ihre Initiative zurückzieht, ist noch unklar. Die EVP stehe vor einer neuen Ausgangslage. Bis spätestens im November werde das Initiativkomitee über den weiteren Weg entscheiden.

Kantonsrat für Gegenvorschlag

Voraussichtlich im nächsten März müssen die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger des Kantons Zürich darüber befinden, wie künftig das Ufer am Zürichsee gestaltet sein wird.

Hängig sind zwei Volksinitiativen. Die von der SP unterstützte Initiative «Zürisee für alli» fordert einen durchgehenden Seeufer- Fussweg entlang des Zürichsees innerhalb von zehn Jahren. Das Begehren der EVP «Uferwege für alle» verlangt, dass die Wege um Seen und entlang der Flüsse im Kanton Zürich möglichst nahe am jeweiligen Gewässer entlang führen.

Der Kantonsrat lehnt beide Initiativen ab. Eine Ratsmehrheit sprach sich hingegen für den Gegenvorschlag zur «Zürisee»-Initiative aus. Mit diesem sollen jährlich sechs Millionen Franken für den Bau von Uferwegen entlang der Zürcher Seen und Flüsse bereitgestellt werden, zwei Drittel für Wege um den Zürichsee. (sda)