Stadion Zürich
Komitee wehrt sich gegen Verknüpfung von Stadion und Wohnungen

Der Unmut gegen das Stadionprojekt auf dem Zürcher Hardturmareal wächst nicht nur in politischen Kreisen. Im bunt gemischten Komitee "Stadionfinanzierung Nein" melden sich nebst Gemeinderäten auch Bürgerinnen und Bürger zu Wort.

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Hochbaudepartement Zürich

«Wir stören uns an der unglücklichen Verknüpfung von Stadion und Wohnsiedlung», sagte Co-Präsidentin Maggie Haab am Freitag vor den Medien. Die Stadt habe sich bereit erklärt, den Anteil an gemeinnützigem Wohnungen zu erhöhen. Es sei deshalb unverständlich, weshalb man keine separate Abstimmung über ein so wichtiges Thema durchführe, sagte Haab.

Gegen Aufbau einer Drohkulisse

«Wir können nicht verstehen, dass die Wünsche einer privaten Klientel auf Staatskosten erfüllt werden», sagte Co-Präsident und GLP-Fraktionschef im Gemeinderat, Gian von Planta. Der Unmut gegen diese Art der Finanzierung sei breit abgestützt. Gemäss von Planta sitzen im Komitee Vertreter von links bis rechts.

Besonders störend sei, dass versucht werde, eine Drohkulisse aufzubauen. Die Behauptung, das Land falle bei einem Nein der Stimmberechtigten an die Credit Suisse zurück und damit sei das Stadion endgültig vom Tisch, bezeichnete von Planta als falsch. Für das Areal sei in der Bau- und Zonenordnung (BZO) eine Sondernutzung für Sportanlagen festgeschrieben.

Komitee-Mitglied Patrick Stähler bezweifelte, dass es sich beim geplanten Stadion um ein Vorhaben für den Breitensport handle, wie oft gesagt werde. «Das Stadion ist für die 22 Männer auf dem Rasen, der Rest sind Zuschauer.»

«Hier läuft etwas schief»

Dass die Stadt das jährliche Betriebsdefizit von 8,3 Millionen Franken übernehmen will, sei störend, sagte die grüne Gemeinderätin Fabienne Vocat. «Hier läuft etwas schief.» Mit diesem Geld könnten laut Vocat 1700 Kinderbetreuungsplätze subventioniert werden. Auf diese Weise könnte das Geld nachhaltig eingesetzt werden.

SP-Gemeinderat Kyriakos Papageorgiou ärgerte sich über die «Arroganz» der Fussballvereine. Diese hätten sich standhaft geweigert, Einblick in die Vereinsrechnungen zu gewähren. «Wir wissen also nicht einmal, wie diese Vereine finanziell dastehen.»

Das Komitee «Stadionfinanzierung Nein» versteht sich laut Haab als Bürgerprotest. «Wir stören uns, dass die Rechnung einfach an die Bürgerinnen und Bürger weitergegeben wird.» Sie sei sicher, dass die Clubs in der Privatwirtschaft Partner für den Bau eines neuen Stadions finden würden.