Darin werden die Vorgänge am Medizinhistorischen Institut der Uni Zürich, die zur Entlassung Christoph Mörgelis führten, detailliert ausgebreitet.

In ihrem einstimmig verabschiedeten Bericht stellte die Aufsichtskommission Bildung und Gesundheit (ABG) fest, die anhaltenden Kontroversen rund um das Medizinhistorische Institut hätten dem Ansehen der Universität "erheblich geschadet". Den zuständigen Führungsorganen der Hochschule wurde "kollektives Führungsversagen" vorgeworfen.

Heftige Kritik übte die Kommission auch an Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP). Sie soll die Kündigung Christoph Mörgelis als Kurator des Medizinhistorischen Instituts angeordnet und damit ihre Kompetenzen überschritten haben. Eine "wesentliche Rolle" habe auch der Chef des Hochschulamtes und Aktuar des Universitätsrates, Sebastian Brändli, gespielt.

Am Ende ihres Berichts gab die ABG mehrere Empfehlungen ab. Insbesondere riet sie dazu, die Führungsorganisation der Universität zu verbessern und die "offensichtlich gewordenen Schwächen" in den Bereichen Recht, Kommunikation und Personal zu beheben. Auch die Struktur des Medizinhistorischen Instituts sollte überdacht werden.

Diskussion ohne direkte Folgen

Einige dieser Empfehlungen hat die Uni zwischenzeitlich an die Hand genommen. Die selbst verordnete Aufarbeitung der Vorgänge ist für die ABG damit abgeschlossen, wie ABG-Präsident Jörg Kündig (FDP) auf Anfrage der sda sagte.

Weiterführende Anträge sind mit dem ABG-Bericht nicht verbunden. Die Diskussion am Montag hat deshalb vor allem den Charakter einer "Chropfleerete". Die Fraktionen werden sich zum Bericht und zur Affäre äussern können. Direkte politische Folgen hat die Diskussion jedoch nicht.

Die SVP hat angekündigt, ihre bereits vorgebrachte Kritik an Regine Aeppli und Sebastian Brändli zu wiederholen. Man könne es wenden und drehen wie man wolle: Die "Affäre Mörgeli" sei eine reine Mobbing-Affäre, sagte Fraktionschef Jürg Trachsel gegenüber der sda. "Wir werden auch eine vollständige Rehabilitierung von Christoph Mörgeli fordern." (sda)