Parteien
Knatsch in Grüner Zürcher Kreispartei 4/5

In der Kreispartei 4/5 der Zürcher Grünen herrscht keine friedliche Weihnachtsstimmung. Vier Mitglieder sind ausgetreten. Sie fühlen sich und ihre Leistungen offenbar nicht genügend estimiert.

Merken
Drucken
Teilen
Karin Rykart.

Karin Rykart.

Keystone

Die bekannteste der Ausgetretenen ist Karin Rykart, die am Mittwoch eine Meldung der "NZZ" über den parteiinternen Streit bestätigte. Die 44-jährige Gemeinderätin und Fraktionspräsidentin nennt als Ausgangspunkt für das Zerwürfnis einen genauen Termin: die Mitgliederversammlung vom Juli 2014.

Rykart hatte auf diesen Termin hin ihren Rücktritt als Präsidentin der Kreispartei 4/5 erklärt. Zum neuen Präsidenten wurde der heute 54-jährige Markus Knauss - ebenfalls Gemeinderat - gewählt.

An der gleichen Mitgliederversammlung ging es um die Listenbildung im Hinblick auf die kantonalen Wahlen: Rykart weibelte für den "Junggrünen" Luca Maggi, der auf den ersten Listenplatz wollte. Aber nicht ihn setzte die Versammlung auf Platz 1, sondern die altgediente Kantonsrätin Gabi Petri, Lebenspartnerin von Knauss.

"Noch nicht viel zu Stande gebracht"Dies geriet Rykart und Maggi in den falschen Hals. Viel auszusetzen gab es am demokratischen Verfahren zwar nicht. Aber: "Es war die Art und Weise, wie man hingestellt wurde", sagte Rykart zur Nachrichtenagentur sda. So, als hätte man "noch nicht viel zu Stande gebracht".

Rykart räumt ein, dass Knauss und Petri die Kreispartei vor 20 Jahren zusammen aufgebaut und zu einer starken Partei gemacht haben. Sie liessen gern durchblicken, sie hätten am meisten getan. "Das stimmt natürlich", so Rykart. Sie hätten enorm viel gearbeitet und politisch viel gebracht. Aber, fügt sie gleich an, man sollte doch auch Neuen die Möglichkeit geben, einzusteigen und sich zu bewähren.

Sie möchte nicht die Kreispartei wechseln, in der sie seit zehn Jahren politisiere, sagte Rykart. Sie habe Hoffnung, "dass wir eine Lösung finden". Dazu aber sei der Präsident gefordert. "Es wäre an ihm, die Leute wieder einzubinden" und das Gespräch zu suchen.

Knauss wollte auf Anfrage zu den Querelen nichts sagen: "Das möchte ich parteiintern halten". Falls Rykard mit ihm sprechen wolle, könne sie das jederzeit tun. Gelegenheiten dazu gebe es genügend. Beide nehmen jede Woche an zwei Sitzungen teil. Die Stimmung in der Kreispartei sei nach den Austritten gut, man arbeite viel.