Tiere

Kleine Sensation: Im Zoo Zürich sind Zwillinge der Baumwaranen geschlüpft

Bei den Blauen Baumwaranen im Zoo Zürich sind Zwillinge zur Welt gekommen. Sie sind sind deutlich kleiner als ihre vier Geschwister, die je einzeln aus den Eiern geschlüpft sind.

Genüsslich liegen zwei junge Baumwarane auf einem Ast, schmiegen sich eng ans Holz und lassen sich von der Lampe bescheinen. Ihre Geschwister räkeln sich auf anderen Ästen oder einem flachen Stein. Sie bewegen sich kaum - bis die Tierpflegerin Grillen ins Terrarium gibt. Jetzt kommt Leben in die Jung-Echsen: Sie beineln den Insekten nach, schnappen sie sich und verschlingen sie nach und nach.

Von den insgesamt sechs Kleinen sind zwei noch kleiner: Es sind die Zwillinge, die am 13. April geschlüpft sind, wie Kurator Samuel Furrer am Mittwoch vor den Medien erläuterte. Sie haben sich gemeinsam in einem Ei entwickelt - eine Seltenheit.

Weil Platz und Nahrungsangebot in ihrem Ei nicht grösser waren als in den "Einzel-Eiern" ihrer vier Geschwister, wogen die Zwillinge nach dem Schlupf exakt halb so viel wie diese, nämlich je 7 Gramm. Laut Furrer dürfte sich dieser Rückstand aber mit der Zeit "auswachsen".

Futter nur alle paar Tage

Recht behäbig wirken neben den wuseligen Mini-Baumwaranen die Grossen im Terrarium daneben. Als die Tierpflegerin Röhren mit Löchern aufhängt, aus denen alsbald grosse Heuschrecken kriechen, springen sie die Röhren regelrecht an und schnappen sich die Beute.

Gleich verfahren sie mit aufgehängten toten Mäusen, nur müssen sie hier kräftig zerren, bis sie den Happen von der Schnur losreissen können. Sobald einer der Baumwarane so eine Maus im Maul hält, kommt ein anderer und zerrt daran. Schliesslich ist die Beute in zwei Teile zerrupft und beide Echsen schlingen zufrieden. Nach so einer Mahlzeit gibt es laut Furrer tagelang nichts mehr zu fressen.

Blaue Baumwarane wurden erst 2001 erstmals beschrieben, wie Furrer sagte. In Natur leben sie einzig auf der 450-Quadratkilometer-Insel Batanta nordwestlich des indonesischen Teils von Neuguinea. Weil die internationale Welt-Naturschutz-Union (IUCN) die Art noch nicht evaluiert hat, ist sie nicht auf der Roten Liste zu finden. Die Kleinheit ihrer Insel könnte aber dazu führen, sie als gefährdet einzustufen.

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