Franziska Driessen-Reding kommt aus Opfikon und war bisher Mitglied des Synodalrates. "Ich will eine Kirche vertreten, die nicht ausschliesst", sagte die 48-Jährige gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Sie vertrete eine klare Meinung und habe ein Kirchenbild, das offener sei als dasjenige von Chur. "Zürcher Katholiken sind nicht schlechter als andere." Sie freue sich daher, wenn ein neuer Bischof komme und habe grosse Hoffnungen.

Die Hauswirtschaftslehrerin will sich während ihrer Amtszeit unter anderem mit der Frage auseinandersetzen, wie die Kirche bei den Jungen wieder präsenter werden kann. Auch sei sie mit dem Thema Migrantenseelsorge, für das sie im Synodalrat zuständig war, weiterhin verbunden und will beispielsweise die gute Zusammenarbeit weiter stärken. Sie sprach von "Miteinander, nicht nebeneinander".

Erstmals Frau an der Spitze

Es ist das erste Mal, dass in Zürich eine Frau an der Spitze der katholischen Exekutive steht. Auch bei den Reformierten oder bei den Christkatholiken war noch nie eine Frau in dieser Position.

Im Kanton Zürich ist Driessen-Reding, die ihren Vorgänger Benno Schnüriger als Vorbild bezeichnet, in ihrer kirchlichen Führungsposition aber nicht alleine: Auch bei der Israelitischen Cultusgemeinde und der Jüdischen Liberalen Gemeinden haben Frauen das Sagen.

Driessen-Reding tritt ihr Amt Mitte Jahr an und löst den bisherigen Synodalratspräsidenten Benno Schnüriger ab, der vorzeitig zurücktritt. Schnüriger präsidierte den Synodalrat, die Exekutive der katholischen Körperschaft im Kanton Zürich, seit 2007.