Bildung

«Klassengrössen werden nicht angetastet»

Hat Strafanzeige gegen unbekannt eingereicht: Silvia Steiner (CVP).

Hat Strafanzeige gegen unbekannt eingereicht: Silvia Steiner (CVP).

Sparen bei der Bildung stösst erfahrungsgemäss auf besonders erbitterten Widerstand. Wie Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) die Sache angeht.

20 Millionen Franken bei der Volksschule, 18 bei den Mittelschulen und 11 bei der Berufsbildung: So viel muss Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) in ihrer Direktion sparen. Damit geht es ihr ähnlich wie Vorgängerin Regine Aeppli (SP), die sich gleich beim Amtsantritt 2003 mit einem massiven Sparpaket konfrontiert sah. Am traditionellen «Dreikönigsgespräch» der kantonalen CVP in Zürich äusserte sich Steiner gestern unter anderem dazu, wie sie die Sparaufgabe anzugehen gedenkt. Bemerkenswert: Sie glaubt, dass Sparen bei der Bildung ohne Qualitätseinbusse möglich ist.

Frau Steiner: Wissen Sie bereits, wo und wie Sie sparen wollen?

Silvia Steiner: Wir haben Vorschläge erarbeitet. Sie sind jedoch noch nicht definitiv. Ich will sie zuerst mit den Fachleuten besprechen. Im Januar finden Workshops statt, in welchen wir das Schulfeld einbeziehen.

Was nützt der Einbezug, wenn die Massnahmen schon feststehen?

Die Vorschläge sind noch nicht in Stein gemeisselt. Möglicherweise finden wir in der Diskussion Alternativen.

Wie sind Sie bei der Suche nach Sparmöglichkeiten vorgegangen?

Wir haben dar¬auf geachtet, dass Themen, über die erst kürzlich eine Volksabstimmung stattgefunden hat oder die durch neue Gesetze geschaffen wurden, nicht angetastet werden. Zu diesen gehören die Hauswirtschaftskurse, die in einem früheren Sparprogramm abgeschafft wurden und die der Kantonsrat per Gesetz wieder eingeführt hat. Auch bei der Klassengrösse haben wir gesetzliche Vorschriften, über die das Volk kürzlich abstimmte.

Sie vertreten die Auffassung, dass sich auch bei der Bildung ohne Qualitätseinbusse sparen lässt. Wie?

Wir wollen das hervorragende Bildungssystem des Kantons nicht infrage stellen. Ich bin aber überzeugt, dass man Kräfte bündeln, Doppelspurigkeiten und Redundanzen abbauen kann. Auch der Lehrplan 21, den ich übrigens sehr gut finde, bietet hier einige Möglichkeiten.

Das klingt optimistisch. Halten Sie denn die Sparvorgaben von knapp 50 Millionen in der Bildung für gar nicht so schlimm?

Doch, die Sparvorgaben sind happig. Wir haben steigende Schülerzahlen – darunter auch viele Flüchtlingskinder –, was die Anstellung zusätzlicher Lehrkräfte erfordert.

Welchen Sparspielraum haben Sie in der Bildung?

Einen sehr kleinen, weil hinter den meisten Ausgaben gesetzliche Verpflichtungen stehen.

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