Auf der Primarstufe liege der aktuelle Wert mit durchschnittlich 20,8 Kindern pro Klasse leicht über dem geforderten oberen Richtwert der Initiative, heisst es in einer Mitteilung der Regierung. Im Kindergarten und auf der Sekundarstufe liege der Wert im Gesamtdurchschnitt bei 19 beziehungsweise 18,7 Schülern und somit unter dem Richtwert.

Höchstzahlen nicht überall gleich

Heute gelten an den Zürcher Schulen je nach Schulstufe unterschiedliche Höchstzahlen. Auf der Kindergartenstufe liegt der oberste Richtwert bei 21 Kindern, auf der der Primarstufe bei 25, auf den Sekundarstufen A bei 25, B bei 23 und C bei 18 Schülern.

Werden die heute geltenden Richtwerte während längerer Zeit um mehr als drei Schüler überschritten, müssen die Schulpflegen zusätzliche Lektionen gewähren oder die Klasse teilen. Mit dieser Vorschrift könne es zwar im Einzelfall grössere Klassen geben, diese erhielten aber mehr Mittel zugeteilt, sodass ein Teil des Unterrichts in Halbklassen erteilt werden könne, schreibt die Regierung.

Die in der Initiative geforderte starre Höchstzahl von 20 Kindern pro Klasse würde nach Ansicht des Regierungsrats zu Problemen führen. Die Klassen müssten unter Umständen jedes Jahr neu gebildet und einzelne Schülerinnen und Schüler in andere Schulhäuser umgeteilt werden.

Dadurch würde die Kontinuität in den Beziehungen zwischen den Lehrpersonen und ihren Schülern sowie innerhalb des Klassenverbandes erschwert. Zusätzlich müssten schätzungsweise über 1300 neue Klassen gebildet werden, was laut Regierungsrat zu Mehrkosten in der Höhe von rund 24 Millionen Franken beim Kanton und rund 96 Millionen Franken bei den Gemeinden führen würde.

Ausserdem sei davon auszugehen, dass wegen der angespannten Lage auf dem Stellenmarkt nicht genügend zusätzliche Lehrpersonen zur Verfügung stehen würden. Weiter macht der Regierungsrat geltend, alle Studien zur Frage der Klassengrösse zeigten, dass diese eine untergeordnete Rolle spiele, hingegen die Lehrpersonen für einen qualitativ guten Unterricht von zentraler Bedeutung seien. Hinter der Volksinitiative steht die EVP. Das Volksbegehren wurde mit über 8000 Unterschriften eingereicht. (sda)