Das 125-köpfige Stadtparlament hat am Mittwochabend ein klares Signal Richtung Graubünden gesandt. "Die Stadt Zürich macht an allfälligen Olympischen Winterspielen in Graubünden im Jahr 2026 nicht mit", lautet die Kernbotschaft. Das finanzielle Risiko sei viel zu hoch.

Zudem seien Olympische Spiele weder nachhaltig noch ökonomisch sinnvoll. Der Starrsinn der Bündner Promotoren grenze an Zwängerei, sagte ein Politiker der Grünen.

Selbst die SVP ist von dem Projekt "nicht überzeugt". Es sei sehr schlecht aufgegleist. Eine schwache Trägerschaft versuche es alle vier Jahre wieder. Aber in Graubünden habe es zu wenig Raum, zu wenig Anlagen und zu wenig Geld. Es könne nicht sein, dass Kopf und Herz der Spiele in St. Moritz seien und in Zürich das Portemonnaie.

Grundsätzliche Skepsis

Etwas weniger deutlich äusserte sich die FDP. Man wisse zum jetzigen Zeitpunkt einfach zu wenig. Die Partei teilt jedoch die grundsätzliche Skepsis der Stadtzürcher Regierung.

Das klare Signal aus dem Parlament wertet Gerold Lauber (CVP), Vorsteher des Schul- und Sportdepartementes, so, dass der Stadtrat mit seiner Haltung "wohl nicht ganz falsch liegt". Diese Haltung hat er während der letzten zwei Jahren immer wieder wiederholt, sie sei den Bündnern von Anfang an bekannt gewesen.

Zürich will keine Host-City sein, keine Sportanlagen bauen und auch keine Defizite mittragen. Nach wie vor denkbar ist, dass das Stadion Letzigrund sowie der Sechseläutenplatz "allenfalls gegen Entschädigung" zur Verfügung gestellt werden.

Der Stadtrat hat selbst bei einem Zuschlag von Swiss Olympic für die Kandidatur "Graubünden und Partner 2026" nicht vor, im Organisationskomitee mitzuwirken. Hingegen wäre die Stadtregierung in diesem Fall bereit, Gespräche über eine Einbindung zu führen und zu prüfen, inwieweit sie im Rahmen der ihr zustehenden Finanzkompetenzen Unterstützung leisten könnte.

Alternativer Cluster "Obersee"

In eigener Kompetenz kann der Stadtrat Ausgaben bis zu zwei Millionen Franken beschliessen. Höhere Beträge muss das Parlament bewilligen.

Die Bündner Bevölkerung stimmt am 12. Februar zum zweiten Mal innert vier Jahren über eine Bewerbung zur Durchführung Olympischer Winterspiele ab.

Die aktuelle Kandidatur, in den Grundzügen entworfen von den Wirtschaftsverbänden und später übernommen von Kantonsregierung und Parlament, verteilt die Spiele auf mehrere Regionen (Cluster). Im Cluster "Zürich" kommt vor allem der Stadt Zürich eine grosse Bedeutung zu. Als Alternative wird der Cluster "Obersee" (Rapperswil SG) im Konzept aufgeführt.