Herr Imbach, auf dem Juchhof 2 treffen am Samstag Fanklubs vom FC Basel auf jene vom FC Zürich. Haben Sie keine Angst, dass es zu Zwischenfällen kommen wird?

Markus Imbach: Die Fans verbindet eine grosse Leidenschaft zu ihrem Verein. Ihre Farben vertreten sie dann dementsprechend mit Herzblut, sodass viele Spiele hart umkämpft sind. Klar kommt es vor, dass mal ein böses Wort fällt, das ist bei den Profis ja nicht anders. Auch neben dem Platz werden die Fanklubs der rivalisierenden Vereine wahrscheinlich nicht gross miteinander verkehren. Trotzdem ist es noch nie zu Ausschreitungen gekommen. Das liegt daran, dass die Teilnehmer zu den 98 Prozent der Leute gehören, die weder im Stadion noch am Turnier zu Gewalt neigen.

Wie ist der Letzi-Cup überhaupt entstanden?

Irgendwann haben Fanklubs angefangen, Fussballturniere zu organisieren, um die gemeinsame Leidenschaft auch selber auf dem Platz ausleben zu können. Die ersten grossen Turniere damals fanden in Thun statt. Der Fanclub Letzi ist auch auf diesen Zug aufgesprungen. Heute hat die Nachfrage nach solchen Fanturnieren leider nachgelassen, womit wir im Sommer vermutlich inzwischen das einzige verbleibende Freiluft-Turnier in der Schweiz stellen.

Wieso hat die Nachfrage nach Fanturnieren nachgelassen?

Darüber kann man nur spekulieren, ich denke jedoch, dass sich die Leute heutzutage weniger auf Verpflichtungen einlassen, sondern sich lieber alle Möglichkeiten offenhalten möchten. Bei einem WM- oder EM-Jahr liegen die Gründe auf der Hand: Einige Mitglieder von Fanklubs reisen der Nati ins Veranstaltungsland nach, um sie zu unterstützen. Diese fehlen dann am Turnier.

Wer ist Favorit auf den diesjährigen Titel?

Der Titelverteidiger HSV Bernd Hollerbach und der FC Bayern München Zürich gehören zu den Favoriten. Grundsätzlich ist das aber schwer vorauszusagen, da sich die Mannschaften jedes Jahr wieder aus anderen Spielern zusammensetzen. Auch wir besitzen durchaus Potenzial, unser letzter Titelgewinn war jedoch vor mehr als zehn Jahren und der einzige überhaupt.