Die Flughafen Zürich AG (FZAG) hat sich bei ihrem Investment in Brasilien juristischen Ärger aufgehalst, wie die „Schweiz am Sonntag“ berichtet. 2013 gewann die FZAG die Ausschreibung zur Privatisierung des Flughafens Belo Horizonte. Zusammen mit dem brasilianischen Konzern CCR bildeten die Zürcher ein Konsortium, um 51 Prozent des Flughafens Belo Horizonte und dessen Ausbau und Betrieb zu übernehmen.

Die Zürcher haben dafür rund 25 Millionen Franken Eigenkapital investiert. 49 Prozent des Belo Horizonte Airports blieben in Besitz der staatlichen Behörde Infraero. Während die FZAG sich verpflichtete, ein neues Terminal zu bauen, versprach Infraero, das 30 Jahre alte Terminal auf Vordermann zu bringen.

Doch weil das Land kurz darauf in eine politische und wirtschaftliche Krise stürzte, kam der Staat seinen Verpflichtungen nicht nach. «Mehrere Investitionen waren jedoch zwingend, unter anderem im Sicherheitsbereich oder bei den Pisten», sagt Daniel Bircher, der im Auftrag der FZAG in Belo Horizonte als Operationschef amtet, in der „Schweiz am Sonntag“. Die FZAG und Konsortiumspartner CCR mussten mittlerweile rund 40 Millionen Franken ausgeben.

Geld, das gemäss Konzessionvertrag von Infraero kommen sollte. «Wir sahen uns deshalb gezwungen gegen den Staat eine Klage einzureichen.» Die Zürcher hingegen haben ihre Hausaufgaben erledigt. Das neue Terminal wurde in gerade mal 14 Monaten gebaut. Kostenpunkt: Rund 280 Millionen Franken.

Die Konzession der FZAG läuft 30 Jahre. 2016 sank die Passagierzahl in Belo Horizonte auf unter 10 Millionen, die Kapazität mit dem neuen Terminal liegt neu bei 22 Millionen. Zurzeit erzielt der Flughafen keinen Gewinn. Dennoch steckt der neue FZAG-Finanzchef Lukas Brosi den Kopf nicht in den Sand. Im März steht eine weitere Privatisierungsrunde an, in der die Flughäfen Porto Alegre, Salvador de Bahia, Fortaleza und Florianópolis vollkommen privatisiert werden sollen.

«Wir glauben an das langfristige Wachstum in Brasilien und überlegen uns, an den Ausschreibungen teilzunehmen», sagt Brosi in der „Schweiz am Sonntag“. Langfristig soll das Auslandgeschäft zehn Prozent zum Gewinn beitragen. Heute ist es ein einstelliger Millionenbetrag.