Bruno Hug, ehemaliger Chefredaktor der Rapperswiler Gratiszeitung "Obersee Nachrichten", musste sich gestern vor dem Kantonsgericht St. Gallen wegen seiner Kesb-Berichterstattung verantworten. In einem Text bezichtigte er einen Beistand der Erpressung und des Raubes, wofür ihn das Kreisgericht See-Gaster in erster Instanz zu einer Strafe von 30 Tagessätzen zu 440 Franken verurteilt hatte.

Wie der "Tages-Anzeiger" berichtet, ist die Klage für Hug Teil eines Versuchs, Kesb-Skeptiker mundtot zu machen. Als Journalist müsse er klar verständliche Worte wählen. Zudem habe er den Beistand nicht im strafrechtlichen Sinn der Erpressung und des Raubes bezichtigt, sondern im umgangssprachlichen Sinn. Hug hatte vor der Publikation des Textes keinen direkten Kontakt mit dem Beistand und konfrontierte diesen nie mit seinen Vorwürfen. "Es ist ja klar, dass er das bestritten hätte", erklärte er sein Vorgehen. Er habe die Fakten sorgfältig recherchiert.

Die Verteidigung verlangte einen Freispruch. Der Staatsanwalt hielt das Urteil des Kreisgerichts für zutreffend, verlangte aber eine zusätzliche Busse von 3240 Franken. Das Kantonsgericht wird sein Urteil in den nächsten Tagen verkünden.