Zürich
Keiner will die unbeliebte Weihnachtsbeleuchtung von Zürich kaufen

Seit dieser Woche steht die ehemalige Zürcher Weihnachtsbeleuchtung «The World's Largest Timepiece» in Einzelteilen zum Verkauf. Bis jetzt gibt zwar zahlreiche Interessenten für die Neonröhren. Verkauft wurden allerdings erst zwei Stück.

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Zürcher Weihnachtsbeleuchtung wartet in einer Lagerhalle auf einen neuen Besitzer

Zürcher Weihnachtsbeleuchtung wartet in einer Lagerhalle auf einen neuen Besitzer

Keystone

Wie Markus Hünig, Präsident der Vereinigung Zürcher Bahnhofstrasse, auf Anfrage der sda sagte, gibt es zwar bereits etwa 40 Interessenten für die Leuchtstäbe. Tatsächlich verkauft worden seien aber erst deren zwei. Hünig ist aber optimistisch, dass sich noch einige Interessenten zum Kauf entschliessen werden.

Die Frist, in der bei der Bahnhofstrassenvereinigung Bestelltalons angefordert werden können, läuft am (heutigen) Freitag ab. Die Bestellungen müssen bis am 15. Juni bei Hünig eingehen. Insgesamt liegen in einer Lagerhalle des Zürcher Elektrizitätswerkes (ewz) noch 273 Stück der ungeliebten Leuchtkörper.

Röhren als «Kunst am Bau»

Weil das ewz voraussichtlich im Sommer die Halle umbauen und danach wieder für eigene Zwecke nutzen will, bleibt dem Eigentümer der Beleuchtung nicht mehr viel Zeit, die 7 Meter langen Stäbe für je 1000 Franken loszuwerden. Im Abfall landen werden die übriggebliebenen Stäbe aber nicht, versicherte Hünig.

Was nicht verkauft werden könne, übernehme wahrscheinlich eine Schweizer Immobilienfirma. Sie würde die Reste der ehemaligen Weihnachtsbeleuchtung in ihre Bauprojekte integrieren, etwa als «Kunst am Bau». Über einen Preis haben die Firma und Hünig bis jetzt nicht geredet. Die Röhren würden also verschenkt.

Hünig sucht seit zwei Jahren nach einem Käufer für die Leuchtstäbe. Alle Versuche, die Installation loszuwerden, waren bis jetzt aber gescheitert. «The World's Largest Timepiece» hing von 2005 bis 2009 über der Bahnhofstrasse und kostete ursprünglich 2,5 Millionen Franken. Beim Publikum konnte das Lichtspiel allerdings keine Weihnachtsstimmung auslösen, weshalb sie 2010 vom Sternenhimmel «Lucy» abgelöst wurde.